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RIED. Bereits vier Mal haben auch in Ried Schülerinnen und Schüler als Teil der internationalen „Friday for Future“-Bewegung für den Klimaschutz und für ihre Zukunft gestreikt. Tips hat mit den Organisatorinnen Ronja Dummann und Dora Zeiko gesprochen.

Dora Zeiko (l.) und Ronja Dummann organisieren die Schülerdemonstrationen in Ried. (Foto: Tips)
  1 / 2   Dora Zeiko (l.) und Ronja Dummann organisieren die Schülerdemonstrationen in Ried. (Foto: Tips)

Ronja Dummann aus Eitzing ist 16 Jahre alt und besucht das Abendgymnasium Linz. Dora Zeiko (15) kommt aus Eberschwang und geht in die Bildungswerkstatt Knittlingerhof.

Tips:Wie seid Ihr dazu gekommen, für Klimaschutz und für eure Zukunft zu demonstrieren?

Ronja Dummann: Ein Schulkollege von Dora hat uns Anfang März gefragt, ob wir nach Linz zur Demo mitfahren möchten. Eine Woche später haben wir auch am ersten weltweiten Klimastreik in Linz teilgenommen.

Dora Zeiko: Dann hatten wir die Idee, auch in Ried etwas zu machen, weil sich diese Aktionen ausbreiten sollen, auch in kleineren Städten.

Tips:Ist es schwer, Demonstrationen zu organisieren?

Dora: Wir haben in Linz gefragt und uns ein paar Tipps von den Veranstaltern geholt. In Ried haben wir zuerst bei der Polizei gefragt und dann in der Bezirkshauptmannschaft alle Informationen bekommen.

Ronja: Um eine Demonstration anmelden zu dürfen, muss man übrigens nicht volljährig sein – nur strafmündig, also 14 Jahre.

Teamwork

Tips:Wie viele Leute sind bei euch im Team? Wie viel Zeit investiert ihr?

Ronja: Das meiste machen wir zu zweit. Es geht schon viel Zeit drauf. Ich habe das immer im Hinterkopf. Wir müssen die Aktionen ja auch auf Instagram oder Facebook bewerben.

Dora: Es steckt ja noch in den Anfängen. Wir haben aber auch Unterstützung. Ich glaube schon, dass sich ein Team formieren wird.

Tips:Ist es ein Zufall, dass bei der Organisation und, wie es aussieht auch bei den Demos, mehr Mädchen dabei sind?

Dora: Das könnte vielleicht damit zusammenhängen, dass die Identifikationsfigur ein Mädchen ist – Greta Thunberg.

Tips:Seid ihr zufrieden mit der Teilnehmerzahl bei dem Demos?

Ronja: Beim ersten Mal kamen ungefähr 150 Leute, da waren wir sehr überrascht. Wir hatten mit weniger gerechnet. Danach wurden es ziemlich schnell weniger, was uns zuerst ein wenig enttäuscht hat. Aber als wir das erste Mal in Linz waren, haben auch nur etwa 70 Leute gestreikt, also passt es für Ried recht gut.

Tips:Aus welchen Schulen kommen die Demo-Teilnehmer?

Ronja: Vom Knittlingerhof sind immer einige da, aber auch aus dem BORG, dem Gym, der HBWL und der HTL. Hauptsächlich sind es Schüler der Oberstufen.

Reaktionen

Tips:Wie stehen eure Eltern zu eurem Engagement?

Ronja: Meine Eltern stehen voll dahinter. Sie sind geradezu begeistert, dass ich mich so für etwas einsetze, das mir wichtig ist.

Dora: Meine Eltern unterstützen mich auch. Sie finden es gut, wie ich darin aufgehe und daraus Kraft schöpfe.

Tips:Wie sind die Reaktionen auf die Demos?

Ronja: Auf dem Hauptplatz gibt es meistens positive Meldungen. Ich kann mich nur an zwei negative erinnern.

Dora: Wahrscheinlich beschränken sich die Gegner eher auf negative Kommentare im Internet.

Tips:Während der Demonstrationen bekommt ihr ja in der Schule Fehlstunden eingetragen. Was sagt ihr dazu?

Ronja: Ich habe das Problem nicht, weil ich in eine Abendschule gehe. Aber es gibt schon Schüler, deren Eltern ihnen verbieten, zu den Demos zu gehen. Vor allem wegen der Fehlstunden.

Dora: Von der Schule aus darf ich eigentlich nicht streiken. Einige Lehrer finden die Demonstrationen persönlich klasse, aber wegen des Erlasses der Landesregierung müssen sie es verbieten. Dass ich im Zeugnis Fehlstunden habe, schert mich nicht. Darauf kann ich stolz sein, weil ich mich für meine Zukunft einsetze.

Politiker

Tips:Wie lange wollt ihr noch demonstrieren?

Ronja: Bis von der Politik etwas unternommen wird. Wir wollen Handlungen sehen.

Tips:Das könnte lange dauern...

Dora: Es ist auch eine Frage, wie lange in den anderen Städten demonstriert wird. Wenn überall Schluss ist und nur in Ried noch zwei oder drei Leute stehen, wird es sinnlos. Wir machen das ja nicht zum Spaß.

Tips:Was denkt ihr euch, wenn Politiker, wie z. B. der deutsche FDP-Chef Lindner, sagen, dass Kinder nicht die gesamten Zusammenhänge begreifen und dass Klimaschutz etwas für Profis wie Ingenieure und Techniker sei.

Ronja: Ich glaube, Politiker sagen das, weil sie dadurch von der Dringlichkeit und Dramatik ablenken und um Gesetzesänderungen herumkommen. Natürlich ist das eine gewisse Demütigung, aber ich kann Leute nicht wirklich ernst nehmen, die so denken und sich damit selbst etwas vormachen. Es macht mich aber schon traurig, wenn Politiker so denken, denn es sind ja schließlich sie, die die Macht haben und denen wir zum Teil vertrauen müssen, unsere Zukunft noch zu retten. Wir sagen ja nicht, dass wir alles über den Klimawandel wissen, oder ihn alleine bekämpfen wollen. Wir machen nur auf etwas aufmerksam, das Wissenschaftler schon lange wissen, und fordern ein, etwas längst als notwendig Bewiesenes zu unternehmen.


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Josef Mairinger
Josef Mairinger
04.05.2019 17:30

Grünes Welbild

"Dora Zeiko (15) kommt aus Eberschwang und geht in die Bildungswerkstatt Knittlingerhof" Schon komisch, dass Menschen aus dem grünen Milieu sich offen für Migration zeigen, gleichzeitig aber meist auf Privatschulen mit den niedrigsten Ausländeranteilen gehen...

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w.horn@tips.at
w.horn@tips.at
06.05.2019 16:41

Falsches Thema

Ein Lehrer in der Schule würde jetzt sagen: "Thema verfehlt. Nicht genügend, setzen!"
Dieser Artikel hat nichts mit Migration und Ausländern zu tun.

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