Tiertransporte im Fokus bei der Generalversammlung des FIH
RIED. Rund 400 Personen sind zur Generalversammlung des Fleckviehzuchtverbandes Inn- und Hausruckviertel (FIH)in die Bauernmarkthalle gekommen. Im Mittelpunkt des Abends standen die Leistungen der Züchter und der Tiertransport. Obmann Hosner forderte einmal mehr, die verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel in der Gastronomie und im Handel endlich einzuführen.

Erstmals in ihrer neuen Funktion waren Kammerdirektor Karl Dietachmair und die Präsidentin der Landwirtschaftskammer für Oberösterreich, Michaela Langer Weninger, bei einer Generalversammlung des FIH. Die Präsidentin versicherte den Züchtern volle Unterstützung bei ihren Anliegen: „Ja, wir sind gegen Schlachtrinderexporte in Drittländer, wir stehen aber voll zu den Zuchtrinderexporten, weil sie wichtig sind in einem Land mit einem Grünlandanteil von über 50 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche.“ Nationalrat Manfred Hofinger dankte und gratulierte in seinen Ausführungen den Züchtern für ihre Leistungen. „Die friedlichen Demonstrationen mit den Traktoren vor den Spar-Supermärkten wurden von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung mit Verständnis aufgenommen“, sagte Hofinger.
Doppelnutzung aktueller denn je
„In Zeiten, in denen extreme Zuchtrichtungen von der Gesellschaft immer stärker hinterfragt werden, die Förderung von Doppelnutzungsrassen bei Rind und Geflügel sogar im Regierungsprogramm festgeschrieben ist, sind wir mit der Rasse Fleckvieh, der besten Doppelnutzungsrasse der Welt, am richtigen Weg. Die Zahlen beweisen, dass heute die Rasse Fleckvieh so leistungsfähig ist wie noch nie zuvor und trotzdem wurden die Langlebigkeit und vor allem die Lebensleistung nicht vernachlässigt“, sagt FIH-Geschäftsführer Josef Miesenberger und warnte aus züchterischen Gründen vor dem immer höheren Anteil an Gebrauchskreuzungen. Er befürchtet, dass vor allem die Kreuzungen mit der Rasse Weiß Blau Belgier aus Tierschutzgründen zum Bumerang für die Milchbauern werden.Die Generalversammlung wurde genützt, um die bei der Jubiläumsausstellung und bei der Bundesfleischrinderschau im letzten Jahr erfolgreichen Züchter zu ehren.
Verantwortung endet nie
Mit Spannung erwartet wurde der Vortrag von Simone Steiner, zuständig für Veterinärangelegenheiten bei der ZAR in Wien, zum Thema „4.260 km in 7 Tagen: Mit 30 Zuchtkalbinnen von Oberösterreich nach Aserbaidschan“. Sie berichtete mit Bildern und Filmen über einen Export von Freistadt über Polen und Russland nach Aserbaidschan. Der Transport wurde durch Simone Steiner bis zum Ziel begleitet. Der gesamte Transport, die Pausen und vor allem die Gesundheit der Tiere, wurden dokumentiert. Schlussfolgerung: Zuchtrinderexporte können auch über lange Strecken so gemacht werden, dass die Tiere wohlbehalten in ihrem neuen Zuhause ankommen.
ZAR kontrolliert Zuchtrinderexporte
Die ZAR, als Dachorganisation der österreichischen Rinderzuchtorganisationen, begleitet und kontrolliert weiterhin Zuchtrinderexporte und Kälberexporte von Österreich, damit in der aktuellen Diskussion nicht alle in einen Topf geworfen werden und man auch selbst weiß, wovon man spricht. ZAR-Obmann Stefan Lindner ergänzt die Hintergründe zur aktuellen Diskussion um die Notwendigkeit der Kälberexporte: „Diese wäre nicht gegeben, wenn in Österreich konsumiertes, aus dem Ausland importiertes Kalbfleisch durch Fleisch aus heimischer Produktion ersetzt werden würde. Dass dies derzeit nicht möglich ist, hängt einzig und allein an den Dumpingpreisen für das importierte Fleisch.“


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