Honigernte: Geringere Menge, aber hohe Qualität
BEZIRK RIED/OÖ. Das Imkerjahr neigt sich dem Ende zu, in den oberösterreichischen Imkereien herrscht reges Treiben. Die Honigernte brachte eine hohe Qualität, aber teilweise sehr geringe Mengen.

Im Bezirk Ried sind rund 370 Imker in 15 Ortsvereinen Mitglied beim OÖ Landesverband für Bienenzucht.
„Oberösterreichs Bienenvölker entwickelten sich aufgrund der frühlingshaften Temperaturen sehr zeitig in diesem Frühjahr. Es folgten kühle Wochen, die eine besondere Aufmerksamkeit der Imker erforderten. Teilweise mussten Notfütterungen durchgeführt werden“, schildert Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger den holprigen Start in die heurige Honigsaison. Die überwiegend kühle Witterung von März bis in den Mai hingegen wirkte auf die Entwicklung der Pflanzen leicht verzögernd.
Wenig, aber gut
Durch diese Entwicklung liegen in der oberösterreichischen Imkerschaft Freud und Leid heuer sehr eng beieinander. „Die Honigernte 2023 ist heuer unterdurchschnittlich schlecht und für Erwerbsimkereibetriebe nicht kostendeckend. Während es bei Blütenhonig teilweise zu Totalausfällen kam, wurden bei Waldhonig regional stark unterschiedliche Erträge verzeichnet“, erläutert Wolfgang Pointecker, Präsident des Österreichischen Erwerbsimkerbundes.
„Die Rapsblüte startete bei zu niedrigen Temperaturen und später fehlte es am Nektarangebot. So blieb auch die Rapshonigernte weitestgehend ohne Ertrag. Regionale Unterschiede sind beim Waldhonig zu verzeichnen“, bestätigt auch Herbert Vitzthum, Präsident des OÖ Landesverbandes für Bienenzucht, und weiter: „Generell liegt die Gesamternte des Honigs in diesem Jahr deutlich unter 50 Prozent des Durchschnittsjahres. Erfreulich ist jedoch, dass die Qualität des Honigs sehr hoch ist.“
Herausforderungen in der Erwerbsimkerei
„Der Honigverkauf an Abfüllunternehmen ist völlig zum Erliegen gekommen und die Direktvermarktung ist stark rückläufig. Da es für Erwerbsimkereibetriebe keine Ausfallshaftung gibt, wird es für einige Betriebe heuer sehr eng. Nur durch den Kauf österreichischen Honigs können Familienbetriebe erhalten und Bestäubungsleistungen gesichert werden“, stellt Wolfgang Pointecker fest.
Regionaler Honig
„Bei heimischem Honig handelt es sich um ein qualitativ hochwertiges und unverfälschtes Lebensmittel. Durch seinen Konsum gelangt der Honigliebhaber in einen Geschmacksgenuss, in dem sich die regionale Vielfalt unseres Landes aus Nektar, Pollen oder Honigtau widerspiegelt“, unterstreicht Agar-Landesrätin Langer-Weninger.
Nach der Saison ist vor der Saison
Der Honig wurde teilweise bereits geerntet. In den nächsten Wochen wird das Winterfutter verabreicht. „Nun stehen die weniger erfreulichen Aufgaben, wie zum Beispiel die Varroa-Milben-Behandlung an“, erklärt Herbert Vitzthum.
Die rechtzeitige Behandlung gegen die Varroamilbe ist ein wichtiger Beitrag zur gesunden Überwinterung der Bienenvölker. Nach der Ernte sollte zeitnah damit begonnen werden.


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