Festspielsommer feiert Premiere und Mettmach wird zur Bühne für die ganze Region
METTMACH. Mit vereinten Kräften hat die Spielgemeinschaft Mettmach dank vieler Unterstützer ihre traditionsreiche Festspielhalle saniert – und eröffnet sie mit einem vielfältigen Festspielsommer.

Mit der umfassend sanierten Festspielhalle schlägt Mettmach nun ein neues Kapitel auf: Am 9. Mai wird das Gebäude erstmals wieder öffentlich zugänglich sein – und zugleich den Auftakt für den Mettmacher Festspielsommer 2026 markieren. Gefeiert wird dieses Jahr außerdem 80 Jahre Spielgemeinschaft und 65 Jahre Festspielhalle.
Größte Indoor-Bühne Oberösterreichs
Was heute Anlass zur Freude ist, begann vor vier Jahren mit einem Rückschlag: Ein Sturmschaden im Jahr 2022 machte die Halle, die seit 1960 besteht, unbenutzbar. Für die Spielgemeinschaft Mettmach, den Kulturverein KIMM und zahlreiche Veranstalter war das ein schwerer Schlag. Schließlich war die Halle über Jahrzehnte hinweg ein zentraler Kulturort – mit rund 800 Sitzplätzen und einst sogar die größte Indoorbühne Oberösterreichs vor dem Bau des Linzer Musiktheaters. Besonders die Passionsspiele, die zwischen 1950 und 2012 aufgeführt wurden, hatten Mettmach weit über die Region hinaus bekannt gemacht.
Großartige Unterstützung
Statt eines Neubaus entschied man sich schließlich für die Sanierung – ein Projekt, das nicht nur finanziell, sondern vor allem durch den außergewöhnlichen Einsatz der Bevölkerung getragen wurde. Rund 1,2 Millionen Euro wurden investiert, ein beträchtlicher Anteil davon musste von der Spielgemeinschaft selbst aufgebracht werden. Eine Bausteinaktion wurde ins Leben gerufen, die nach wie vor Unterstützung ermöglicht, denn 250.000 Euro muss die Spielgemeinschaft selbst aufbringen.Noch wichtiger aber war die Eigenleistung. „Wir haben eine eigene Robot-Liste für die sich mehr als 70 Leute gemeldet haben. Außerdem gibt es eine Kochgruppe mit gut 50 Leuten, die die Helfer auf der Baustelle Woche für Woche mit Essen versorgt haben“, erzählt Maria Jöchtl-Hartinger, Obfrau der Spielgemeinschaft. Gemeinsam wurden Abbrucharbeiten bewältigt, die Fassade neu gestaltet und zahlreiche technische Verbesserungen umgesetzt.
Historische Bestuhlung
Besonderer Wert wurde dabei auf Nachhaltigkeit und den Erhalt bestehender Strukturen gelegt. So blieb die Holzfassade erhalten – ein bewusster Gegensatz zu ursprünglich geplanten modernen Paneelen. „Bei der Außenfassende haben wir dafür gekämpft, dass diese wieder mit Holz verschalt ist, mit Fichte und Tanne“, betont Bürgermeister Erich Gaisbauer. Auch die historische Bestuhlung erzählt eine eigene Geschichte: 300 Sessel aus den 1930er-Jahren, einst in einem Wiener Großkino im Einsatz, wurden von Freiwilligen abgeschliffen und von Fachbetrieben restauriert.Neben baulichen Maßnahmen wie der Dämmung, der Verstärkung der Träger und der Dachsanierung wurde auch die technische Ausstattung modernisiert. Der Eingangsbereich wurde neu gestaltet, das Kartenbüro integriert und die Bühnen sowie Elektrotechnik auf den neuesten Stand gebracht. Das Ergebnis ist eine moderne, funktionale und zugleich traditionsbewusste Spielstätte.
Offizielle Eröffnung
Ihre offizielle Eröffnung erlebt die Halle am Samstag, 13. Juni mit der Premiere der Theaterproduktion „Eine ganz heiße Nummer“. Die Komödie rund um drei Frauen, die mit einer unkonventionellen Geschäftsidee aus finanziellen Nöten entkommen wollen, wird insgesamt elf Mal aufgeführt. Für die Inszenierung konnte mit Gerhard Greiner ein erfahrener Regisseur gewonnen werden, der unter anderem aus TV-Produktionen wie „SOKO Donau“ bekannt ist.
Große Bühne für Kabarettgrößen
Doch damit nicht genug: Der Festspielsommer 2026 bietet ein hochkarätiges Programm. Der Kulturverein KIMM, der seit zwei Jahrzehnten namhafte Künstler nach Mettmach bringt, setzt auch heuer auf bekannte Größen (Info-Kasten).
Bunter Abend als Auftakt
Den Auftakt bildet jedoch der „Bunte Abend“ am 9. Mai. Bei freiem Eintritt erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm aus Theater, Musik und Lesungen: Sketche der Spielgemeinschaft, humorvolle Beiträge von Franz Gumpenberger und Karl Pumberger-Kasper sowie musikalische Darbietungen von Schülern und Ensembles aus der Region.


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