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RIED. Mit mehr als 4.500 Neuerkrankungen pro Jahr ist Darmkrebs die dritthäufigste Krebserkrankung in Österreich. Mit einer regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung könnte man die meisten Krankheitsfälle im Vorstadium entdecken und heilen. Diese Darmspiegelung wird im Rieder Krankenhaus nach den Richtlinien der „sanften Koloskopie“ durchgeführt.

  1 / 3   Die sanfte Koloskopie ist die einfachste Vorsorgemöglichkeit bei Darmkrebs. (Foto: Christian Jungwirth)

Darmkrebs ist die dritthäufigste Krebsart in Österreich, jährlich sterben rund 2.000 Österreicherinnen und Österreicher daran. Die gute Nachricht: Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen sehr gut. Und: Kein anderer Krebs lässt sich so effektiv durch Vorsorge verhindern.

Mit rund 4500 Neuerkrankungen pro Jahr ist Darmkrebs die dritthäufigste Krebserkrankung in Österreich. Trotz eines leichten Rückgangs in den letzten Jahren sind die Zahlen weiterhin alarmierend hoch. „Da Darmkrebs in den frühen Stadien meist keine spürbaren Beschwerden verursacht, ist Vorsorge entscheidend – und sie ist keine große Sache“, erklärt Peter Adelsgruber, Oberarzt der Chirurgischen Abteilung am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried.

Ernährung und Bewegung zur Vorbeugung

Eine Schlüsselrolle bei der Vorbeugung spielen die Ernährung und ausreichende Bewegung. Übergewicht gilt als ein wesentlicher Risikofaktor. Dabei sind extreme Diäten nicht notwendig. Vielmehr geht es um genussvolles und qualitativ hochwertiges Essen: weniger rotes Fleisch, weniger tierische Fette, dafür ballaststoffreiche Lebensmittel und maßvoller Alkoholkonsum. „Die Dosis macht das Gift“, so Adelsgruber. Regelmäßige Bewegung unterstützt die Verdauung und hilft, Stress abzubauen – ein weiterer Faktor, der die Krebsentstehung beeinflussen kann.

Vorsorge ist einfach und effektiv

Neben einer gesunden Lebensweise ist die Vorsorgeuntersuchung essenziell. Empfohlen wird eine jährliche Untersuchung auf verstecktes Blut im Stuhl, die beim Hausarzt durchgeführt werden kann, sowie ab dem 50. Lebensjahr eine Darmspiegelung (Koloskopie). Diese ermöglicht es, Veränderungen der Darmschleimhaut frühzeitig zu erkennen und zu entfernen, bevor sie bösartig werden. Zumindest alle sieben Jahre soll eine Vorsorge-Koloskopie bei niedergelassenen Fachärzten gemacht werden.

Für Menschen mit familiärer Vorbelastung gilt eine besondere Regel: Die erste Koloskopie sollte zehn Jahre vor dem Alter erfolgen, in dem die erkrankte Verwandte oder der Verwandte diagnostiziert wurde.

Die Koloskopie im Krankenhaus Ried wird nach den Richtlinien der „sanften Koloskopie“ durchgeführt. Patienten erhalten eine leichte Sedierung, die viele als äußerst angenehm empfinden. „Oft hören wir, dass dies der beste Schlaf ihres Lebens war“, berichtet Adelsgruber. Das beruhigende Ergebnis nach der Untersuchung: Klarheit und Sicherheit über die eigene Gesundheit.

Ganzheitliche Betreuung im Darmgesundheitszentrum

Wird dennoch Darmkrebs diagnostiziert, bietet das Darmgesundheitszentrum (DGZ) des Krankenhauses Ried umfassende Betreuung. Seit über zehn Jahren bündelt diese Einrichtung die Expertise verschiedener Fachbereiche – von Innerer Medizin und Chirurgie bis hin zu psychoonkologischer Betreuung und Rehabilitation.

Mit modernster Diagnostik (z. B. MRT, CT, Ultraschall, Gewebsuntersuchungen) wird das Ausmaß des Tumors festgestellt. Die Therapiepläne werden individuell in interdisziplinären Teams erstellt und umfassen oft eine Kombination aus Operation und Chemotherapie. Dank roboterassistierter Chirurgie mit dem daVinci-System können Eingriffe am Dick- und Enddarm mittlerweile noch präziser und sicherer durchgeführt werden.

Sollte eine Strahlentherapie notwendig sein, kooperiert das Krankenhaus Ried mit Partnern wie dem Ordensklinikum Linz. Ergänzt wird die Behandlung durch ambulante und stationäre Rehabilitation sowie eine engmaschige Nachsorge bis zu fünf Jahre nach der Operation.

Der Appell: Frühzeitig vorsorgen

Die Chancen auf eine vollständige Heilung liegen bei frühzeitiger Diagnose bei bis zu 100 Prozent. Doch es gibt auch Fälle, in denen nur noch eine palliative Behandlung möglich ist. Adelsgruber appelliert daher eindringlich: „Nehmen Sie das Thema Darmgesundheitsvorsorge ernst. Sie kann Leben retten.“

„Krebsmedizin ist ein Kernbereich unseres Versorgungsauftrags. Mit dem Darmgesundheitszentrum bieten wir betroffenen Patienten Diagnose, Therapie und Nachsorge auf dem aktuellsten Stand“, unterstreicht Johannes Huber, Ärztlicher Direktor am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried.


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