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RIED, ORT. Während Spitzensportler unter strengen Bedingungen ihrem Beruf wieder nachgehen dürfen, haben Amateurvereine derzeit noch keine Perspektive auf ein Hochfahren des Vereinslebens. Dabei haben die Vereine durchaus Ideen, wie auch während der Pandemie ein Training möglich sein könnte. 

Markus Grösslhuber, General Manager der Monobunt Gladiators Ried (Foto: Gladiators)
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Tips sprach mit Markus Grösslhuber, General Manager der Monobunt Gladiators Ried, Walter Laabmaier, Obmann des Judovereins Ort, und Michael Schnallinger, Obmann der LAG Genböck-Haus Ried. über die Situation ihrer Vereine. 

Tips: Wie ist die aktuelle Situation in Ihrem Verein, was Aktivitäten, Mitgliederzahl und Engagement betrifft? 

Markus Grösslhuber, Gladiators: Coronabedingt haben wir noch keinen Rückgang bei den Mitgliedern. Ein paar sind weg, weil sie studieren, aber das ist normal. Wir bekommen sogar Anfragen von Leuten, die gerne bei uns trainieren würden. Aber je länger es dauert, desto mehr wird die Pause zum Problem. Mit den Trainern und Spielern machen wir Online-Meetings, in denen es auch um Spieltaktik geht, aber trotzdem geht die Motivation immer mehr in den Keller.

Walter Laabmaier, Judoverein Ort: Wir können seit dem Frühjahr nicht mehr trainieren. Am Anfang konnten wir mit den Erwachsenen noch ein wenig draußen machen und wir haben versucht, die Kinder mit Videos oder online zu begeistern, aber das läuft sich nach einiger Zeit tot. Judo ist ein Hallen-Vollkontaktsport, wir können momentan gar nichts machen. Aufgrund des guten Zusammenhalts im Verein zwischen Trainern und Kämpfern haben wir zum Glück aktuell nur sehr wenige Abmeldungen. Viele Eltern erkundigen sich laufend bei uns, wann das Training endlich wieder losgeht.

Michael Schnallinger, LAG: Erfolgstechnisch geht es dem Verein derzeit sehr gut – Klaus Grünbart lief kürzlich über 60 Meter erstmals unter 7 Sekunden und wurde zudem Vizestaatsmeister über 200 Meter. Das Training beschränkt sich nur auf Einzeltrainings und selbst dies nur eingeschränkt. Das Hallentraining fiel bisher leider gänzlich aus. Gott sei Dank haben wir eine sehr treue Mitglieder-Gemeinschaft, es gab corona-bedingt bislang keine Austritte. Trotz der schwierigen Situation sind die Athleten sehr motiviert und freuen sich darauf, wieder gemeinsam trainieren zu können.

Tips:Wie wirkt sich die Zwangspause wirtschaftlich auf Ihren Verein aus? Gibt es Unterstützungen?

Markus Grösslhuber, Gladiators: Unterstützungen wären möglich, aber das müsste über die Union laufen. Wir sind ja kein eigener Verein, sondern nur eine Sektion der Union. Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir durch unsere erfolgreiche erste Saison finanziell noch im Plus sind. Unsere derzeit niedrigen laufenden Ausgaben sind durch die Mitgliedsbeiträge gedeckt. Man kann sagen, dass wir zwar im Aufbau gehemmt sind, aber nicht vor der Pleite stehen.

Walter Laabmaier, Judoverein Ort: Wir stehen eigentlich recht gut da, weil wir schon immer sparsam waren. In der Zukunft wird es davon abhängen, wie sich der Mitgliederstand entwickelt. Die Mitgliedsbeiträge machen rund 80 Prozent unserer Einnahmen aus. Es gibt einen Vereins-Fördertopf, bei dem man Umsatzentgang geltend machen kann, aber das ist für uns nicht schlagend. Wir sind noch im Plus und wollen das System nicht ausnutzen. Wir haben wenig Ausgaben, weil bei uns fast alles ehrenamtlich gemacht wird und auch die Trainer nur Fahrtgeld und eine Aufwandsentschädigung bekommen.

Michael Schnallinger, LAG: Wirtschaftlich hat sich die Coronakrise massiv ausgewirkt. Unsere zwei wichtigsten Veranstaltungen – der Weberzeile Stadtlauf Ried und das Messe Ried Leichtathletik-Meeting – mussten 2020 leider abgesagt werden. Meine Hauptaufgabe besteht während der Krise darin, die Liquidität des Vereines nachhaltig sicherzustellen. Glücklicherweise haben wir mit Genböck Haus einen sehr treuen Hauptsponsor. Auch Dank der Stadt Ried und des staatlichen Corona-Unterstützungsfonds haben wir es bisher halbwegs gut überstanden. 2021 wird aber nochmal ein neues Kapitel.

Tips: Haben Sie Ideen, wie das Training in Amateurvereinen wieder aufgenommen werden kann?

Markus Grösslhuber, Gladiators: Es gibt ein Konzept unseres Verbandes AFBÖ, das Eintrittstests und wöchentliche Tests bei den Leuten im Training vorsieht. Aber da fehlt noch die rechtliche Grundlage. Die höheren Klassen im American Football dürfen schon trainieren, aber wir sind in Division 3 – wir dürfen nichts machen und haben auch keine Perspektive, weder auf Trainingsbeginn noch auf Spiele. Das ist unser größtes Problem. Irgendwann wird der Punkt erreicht, dass wir die Leute nicht mehr von der Couch bekommen. Wenn wir nicht bald etwas tun dürfen, wird es auch ein finanzielles Problem.

Walter Laabmaier, Judoverein Ort: Bei uns ist das schwierig, beim Judo kann man nicht wirklich Abstand halten. Für Training in kleinen Gruppen würden wir viele Trainer benötigen. Vielleicht könnten wir bei den Schülern die Tests aus den Schulen „übernehmen“. Wenn wir die Tests kaufen müssten, könnten wir uns das nicht leisten. Ich hoffe, dass es im Frühjahr oder Sommer wieder losgeht, damit die Gemeinschaft im Verein erhalten bleibt. Man kann zwar viel mit WhatsApp-Gruppen ausgleichen, aber irgendwann reicht es den Leuten. Wie es nach eineinhalb oder zwei Jahren Pause wieder anläuft, ist schwer zu sagen.

Michael Schnallinger, LAG: Gemeinsames Training in der Halle oder Kraftkammer ist wohl nur mit einem negativen Corona-Test sicher möglich. Outdoor-Training hingegen wäre auch mit den schon bekannten Verhaltensregeln eigentlich möglich. Denn direkte Körperkontakte sind nicht erforderlich, Abstände könnten großzügig eingehalten werden und auch die Geräte könnten laufend desinfiziert werden. Nachdem Leichtathleten in der Regel sehr diszipliniert sind, halte ich das für unsere Sportart für gut und sicher vorstellbar.


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