Ein Teamplayer, der auch Chef sein kann
RIED. Mit 1. Jänner 2022 wird Robert Ibertsberger offiziell das Amt des Cheftrainers der SV Guntamatic Ried übernehmen. Sein Vertrag gilt für eineinhalb Jahre mit der Möglichkeit, um ein weiteres Jahr zu verlängern.

Der 44-jährige Salzburger war schon von 2010 bis 2017 in verschiedenen Funktionen für die Rieder tätig, zuletzt als Leiter der Fußballakademie. Danach trainierte der ehemalige Nationalspieler (acht Länderspiele) in der Bundesliga interimsmäßig den Wolfsberger AC und die Wiener Austria sowie als Cheftrainer bis April 2021 den späteren Absteiger St. Pölten.
Anforderungsprofil
Geschäftsführer Rainer Wöllinger, der erst seit etwas mehr als einem Jahr beim Verein ist und schon den fünften Trainer erlebt, meinte: „Die letzten zwei Monate haben gezeigt, dass wir als Verein auf einem richtig guten Weg sind. Wir haben gute Gespräche mit mehreren interessanten Trainerpersönlichkeiten geführt. Robert passt sportlich, menschlich und wirtschaftlich zu unserem Anforderungsprofil.“
Sportvorstand Wolfgang Fiala ging mehr auf die sportlichen Anforderungen ein: „Bei der Trainersuche ist auch der Kontext wichtig. Aus sportlicher Sicht wollen wir unser Spiel verbessern. Wir wollen eine gewisse Intensität, die Arbeit gegen den Ball war für uns immer wichtig. Wir wollten einen Trainer, der mit uns zusammenarbeiten will und der einen Blick auf junge Spieler hat. Robert Ibertsberger hat in seiner Zeit als AKA-Leiter viele junge Spieler nach Ried geholt.“
Teamplayer und Chef
Thomas Reifeltshammer, Sportlicher Leiter Profis bei der SVR, erklärte: „Eine Trainerentscheidung ist ein Prozess. Man informiert sich bei Funktionären und Spielern. Wir haben uns sehr gut informiert. Wir haben mit Robert inhaltlich und fachlich gute Gespräche geführt und wir starten nicht bei Null – eine gewisse Basis ist vorhanden. Robert kennt viele Spieler und hat den Kader perfekt analysiert. Er hat in der Bundesliga Erfahrungen gesammelt und weiß, wie man mit jungen Spielern umgeht. Er ist ein Teamplayer, kann aber auch der absolute Chef sein.“
Ideen umsetzen
Ibertsberger bezeichnet seine neue Aufgabe als große Herausforderung, die aber leichter werde, weil er den Verein kenne: „Ich war schon sieben Jahre im Verein, daher habe ich viele bekannte Gesichter gesehen und mich schnell wohl gefühlt.“
Trainingsauftakt nach der kurzen Winterpause ist schon am 3. Jänner. Ibertsberger: „Jetzt steht im Vordergund, die Idee, die mir im Kopf schwirrt, umzusetzen. Wir wollen schon zum Start mit dem Cup-Viertelfinale (4. Februar zuhause gegen Austria Klagenfurt) unser Gesicht zeigen. Ich suche ab jetzt mit dem Trainerteam einen guten Austausch, damit wir nicht bei Null beginnen. In die Vorbereitung zum Altach-Spiel werde ich mich aber nicht einmischen, um keine Unruhe in die Mannschaft zu bringen.“
„Aktiv agieren“
Bei der Spielidee stimmt der neue Cheftrainer mit Wolfgang Fiala überein: „Meine Spielidee ist, aktiv zu agieren. Ich glaube aber, dass sich jeder Trainer vorstellt, aktiv gegen den Ball zu spielen. Ich muss schauen, was am besten zum Kader und den Spielern passt und meine Idee der Mannschaft anpassen, damit es funktioniert. Ich verlange kein hohes Pressing, aber ich will, dass die Spieler wissen, dass sie ab einer gewissen Zone aggressiver gegen den Ball spielen müssen, damit wir nicht zu sehr hinterher laufen müssen. In der Transferperiode werden wir mit der sportlichen Führung schauen, wo sich etwas verbessern lässt.“
Beim Kader stehen die Zeichen allerdings eher auf Verkleinerung. Wolfgang Fiala: „Fiala: Unser Ziel ist ein kleiner, kompakter Kader mit etwa 18 gestandenen Profis, der mit Spielern aus der Akademie aufgefüllt wird. Falls uns einmal mehrere Spieler ausfallen sollten– zum Beispiel wegen Corona, obwohl die Impfrate bei uns sehr gut ist –, kommen die Jungen zum Einsatz. Wenn wir es ihnen nicht zutrauen, würden wir sie nicht auf die Bank setzen.“
Trainerteam
Das bisherige Trainerteam wird Ibertsberger übernehmen, Christian Heinle wird also wieder Co-Trainer. Ibertsberger: „Ich habe bei meinen bisherigen Stationen das Trainerteam immer mit eingebunden und mitsprechenlassen. Aber die letzte Entscheidung liegt natürlich beim Cheftrainer.“
Ziele
Die Tabellensituation sieht Ibertsberger entspannt: „In der Tabelle sind wir richtig gut dabei. Es wäre ein großer Erfolg für den Verein, wenn wir die Meisterrunde erreichen. Wir können das schaffen, müssen aber nicht.“


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