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Stadt Ried unterstützt fünf mutige und innovative Unternehmen mit praktischer Hilfe

Walter Horn, 26.10.2020 12:20

RIED. Nicht auf finanzielle Unterstützung, sondern auf Hilfe durch praxisbezogene Beratungen und Leistungen setzt der Gründer-Bewerb StadtUp Ried 2.0, dessen fünf Gewinner jetzt vorgestellt wurden.

  1 / 4   Geehrte und Ehrende (v. l.): vorne: Bgm. Albert Ortig, Vzbgm. Gabriele Luschner, LR Markus Achleitner, GF ARGE Stadtmarketing Ried Roland Murauer, Viktoria Stanek, Stephanie Winklhofer-Ranftl, Markus Gramberger, Andreas Panhuber, Anna Wenninger; hinten: Waltraud Murauer, Daniela Zaglmayr, Vzbgm. Thomas Dim, Stadtrat Peter Stummer, Stadtrat Lukas Oberwagner (Foto: Tips/Horn)

Was diese Unterstützung bewirkt, schilderte Preisträgerin Waltraud Murauer, die ihr Herzensprojekt, ein Nähcafé am Roßmarkt, im September startete. Das Lokal, in dem die gelernte Damenkleidermacherin und Ernährungsberaterin gesundes Frühstück, Nähkurse und Nähplätze anbietet, sei jeden Tag „bummvoll und ausreserviert“. Ein erfolgreicher Start, den es ohne den Gründer-Bewerb wohl nicht gegeben hätte, wie Waltraud Murauer sagte: „Ohne StadtUp hätte ich mich wahrscheinlich nicht drübergetraut.“

Mutige Gründer

Über diese Aussage, die auch zum StadtUp-Motto #seimutig passt, freute sich der Geschäftsführer der ARGE Stadtmarketing, Roland Murauer (nicht verwandt), sehr: „Bei solchen Reaktionen weiß man, wofür man das Projekt gemacht hat.“

Rieds Bürgermeister Albert Ortig lobte den Mut der Unternehmensgründer – seit 2018 seien in Ried 53 neue Betriebe gegründet worden.

Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner lobte den Rieder Weg als Vorzeigemodell in Sachen

Innenstadtentwicklung. Die neue Raumordnungsnovelle solle auch dazu beitragen, dass Supermärkte wieder in den Städten errichtet werden.

Die fünf Gewinner 

Als erstes wurde der Verein Trafos für sein Projekt eines „Hauses der Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet. In der „Gießerei“ in der Rainerstraße 5 soll es ab dem Frühjahr nicht nur ein bio-faires Café, Co-Working-Plätze und Handelsflächen für regionale Anbieter geben, sondern auch Veranstaltungen.

Auf Platz zwei setzte die Jury Waltraud Murauers „Handmade – Frühstückscafe´ & Nähatelier“ am Roßmarkt 22.

Rang drei ging an das „Brautatelier Ried“ in der Weberzeile 6.

Stephanie Winklhofer-Ranftl und Viktoria Stanek wollen dort alles bieten, was eine Braut bei der Suche nach dem perfekten Brautkleid braucht.

Daniela Zaglmayr hat ihr Geschäft „decor & more“ in der Bayerhammergasse, in dem sie vor allem skandinavische Marken und Lebensstil anbietet, bereits vor einem Jahr eröffnet. Ihr Konzept „Wohnen & Fashion“ ist so erfolgreich, dass sie für das Frühjahr eine Erweiterung plant.

Anna Wenninger wurde mit ihrem Café „Akinto“ (Akzeptanz, Inklusion, Toleranz) auf den fünften Platz gereiht – es ist das erste Café in Oberösterreich mit Zero-Waste-Gedanken und integrativen Arbeitsformen.

Detail am Rand: Abgesehen von dem Großprojekt der Trafos werden alle ausgezeichneten Unternehmensideen von Frauen ausgeführt.

Keine Wirtschaftsförderung

Die Förderung bei StadtUp Ried 2.0 funktioniert ganz bewusst nicht so, dass die Stadt den Unternehmen ein paar tausend Euro überweist. Roland Murauer erklärt: „Unser Credo ist: Keine direkte Wirtschaftsförderung! Wir unterstützen die Gewinner mit Leistungen, die sich die meisten Gründer in der Startphase nicht oder nur schwer leisten können.“ Die StadtUp-Kooperationspartner bieten Steuer-, Finanz- und Unternehmensberatung, Werbeagenturleistungen, Versicherungen, ein E-Auto für ein Jahr für den Erstplatzierten und viele weitere Dienstleistungen.

1,7 Millionen Euro investiert

Beim ersten Stadt-Up-Durchgang hatten diese Leistungen einen Wert von 107.000 Euro, bei Stadt-Up 2.0 schon 150.000. Aus 45 Anfragen wurden zehn Preisträger ausgewählt, von denen sich bereits neun in der Stadt niedergelassen haben – die Eröffnung der Gießerei wird im Frühjahr 2021 stattfinden. Die neuen Unternehmen brachten Investitionen von 1,7 Millionen Euro und schufen auf 1.800 Quadratmetern zusätzlicher Geschäftsfläche bis jetzt 20 neue Arbeitsplätze. 

Realistische Konzepte 

Murauer erläutert: „Ein weiteres Stadt-Up-Grundprinzip ist: Wir fördern keinen Konkurs mit Anlauf, sondern fünf marktfähige Konzepte. Wir verlangen Businesskonzepte mit Realitätsbezug und wir wollen eine aktive Bewerbung. Dafür bieten wir ein breites Netzwerk mit vielen lokalen Kooperationspartnern.“


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