Bezirks-ÖVP wählt Günther Lengauer zum neuen Obmann

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Der neue ÖVP-Bezirksobmann Günther Lengauer (M.) mit seinen Stellvertretern Manfred Hofinger, Eduard Seib und Angela Helm sowie seinem Amtsvorgänger Alfred Frauscher (v. l.) (Foto: Tips/Horn)
Walter Horn Walter Horn, Tips Redaktion, 14.04.2021 15:36 Uhr

RIED. Günther Lengauer, Bürgermeister von Utzenaich, ist der neue Bezirksobmann der ÖVP. Die 335 eingeladenen Delegierten wählten ihn beim ersten digitalen Bezirksparteitag in der Geschichte der oberösterreichischen Volkspartei mit 98,8 Prozent der Stimmen.

Lengauer ist damit Nachfolger von Alfred Frauscher, der sieben Jahre lang Bezirksparteiobmann war. Die Reden des Parteitages wurden für die Delegierten am Dienstag, 13. April, aus dem Rieder Sparkassen-Stadtsaal übertragen, abgestimmt wurde digital von zu Hause aus.

Gast in Ried war Landeshauptmann Thomas Stelzer, der Lengauer gratulierte: „Durch sein langjähriges Engagement in der Kommunalpolitik und als Bürgermeister in Utzenaich kennt er die Probleme der Menschen und die Potenziale im Bezirk. Vor allem ist er einer, der immer Ideen mitbringt und weiterentwickelt.“

Der neue Obmann

Wie sein Vorgänger Frauscher setzt Günther Lengauer, der Leiter des Bildungshauses St. Magdalena in Linz ist, auf eine konsensuale Politik. Gerade weil die Politik „derzeit etwas unübersichtlich“ sei, ist ihm Bürgernähe wichtig. Den Gemeinden rät er, das Kirchturmdenken aufzugeben und über den Tellerrand der eigenen Gemeinde zu blicken.

Der Bezirk Ried sei extrem dynamisch, sagt der neue Bezirksobmann: „Dieser Dynamik wollen wir einen weiteren Impuls geben.“ Erste Aufgabe des Parteivorstandes sei die Vorbereitung der Landtags- und Gemeinderatswahlen im Herbst.

Lengauer wird dann „voraussichtlich“ (die offizielle Nominierung steht noch aus) auf Platz eins der Bezirksliste für den Landtag kandidieren und dürfte somit das „Rieder“ Mandat von Alfred Frauscher übernehmen.

Für die Gemeinderatswahl im Herbst gibt er als Ziel aus, dass die 36 aktiven ÖVP-Ortsgruppen im Bezirk in allen 36 Gemeinden einen Kandidaten oder eine Kandidatin für das Bürgermeisteramt aufstellen kann.

„Luft nach oben“

Derzeit stellt die ÖVP in 25 Gemeinden den Ortschef. Lengauer: „Da ist noch Luft nach oben. Ein leichter Zuwachs muss unser Ziel sein.“ Chancen rechnet sich die ÖVP vor allem in Aurolzmünster und Waldzell aus, wo jeweils ein Langzeit-SPÖ-Bürgermeister aufhört, sowie möglicherweise auch in Antiesenhofen, wo noch nicht sicher ist, ob Bürgermeisterin Ingeborg Huber zum dritten Mal antritt.

Der Wahlkampf werde wegen der Pandemie anders sein, glaubt Lengauer, viel werde online ablaufen: „Ich bezweifle, dass im Juni schon große Präsenz-Veranstaltungen möglich sein werden.“ 

Zu den steigenden Corona-Zahlen im Bezirk Ried und der dadurch drohenden Gefahr von „Ausreisekontrollen“ meinte er: „In Braunau hat man gesehen, dass die kurzfristige Abriegelung erfolgreich war. Wenn das ein geeignetes Mittel ist, muss man es nehmen. Das ist für alle nicht lustig, aber die Situation ist nun einmal so.“

Keine Wehmut

Der 67-jährige Alfred Frauscher legte das Amt des Bezirksparteiobmannes nach sieben Jahren zurück. Im Herbst wird er nach 18 Jahren auch sein Landtagsmandat aufgeben. „Ich gehe nicht mit Wehmut, ich bin Realist“, sagt er und streut dem neuen Obmann verbale Rosen: „Man wird auch am Nachfolger gemessen. Günther Lengauer vertritt unsere konservativen, christlich-sozialen Werte und hat einen modernen Zugang. Er hatte viele Funktionen in der Gemeinde und der Partei und hat daher ein riesiges Netzwerk, das dem Bezirk zugute kommen wird.“

Weniger freundliche Worte fand er für das Auftreten der Bundes-ÖVP – Stichwort: Chatverläufe. Frauscher: „Das ist eine Kata­strophe und ich schäme mich.“

Wahlergebnisse

Lengauers erster Stellvertreter ist der Nationalratsabgeordnete und Bürgermeister von Lambrechten, Manfred Hofinger. Die zwei weiteren Stellvertreter-Posten gingen an Angela Helm, Vizebürgermeisterin von Senftenbach, und Eduard Seib, Bürgermeister von Pramet. Außer dem Obmann und seinen Stellvertretern sind auch noch Bezirksgeschäftsführer Christoph Regl, Bürgermeister Stefan Majer (Peterskirchen) und Bürgermeister Johann Weirathmüller (Taiskirchen) im Parteipräsidium.

Die Obleute der Teilorganisationen sind Josef Diermayer (Bauernbund), Manuela Doppler (Frauen), Paulus Ecker (Junge VP), Josef Heißbauer (Wirtschaftsbund) und Walter Nömaier (Seniorenbund).

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