Die Auswirkungen des Krieges auf die Landwirtschaft noch nicht absehbar
BEZIRK RIED/UKRAINE. Am 24. Februar startete Wladimir Putin mit seinen russischen Truppen einen Angriff auf die Ukraine. Die humanitären Folgen für die Ukraine, aber auch Russland sind erschütternd. Aber auch die monetären Folgen sind eklatant. Tips sprach mit Bauernbund-Bezirksobmann Josef Diermayer über die Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die möglichen finanziellen Auswirkungen.

Tips: Welche Auswirkungen hat der Krieg in der Ukraine auf die Landwirtschaft? Sind die Folgen schon absehbar? Düngemittel sollen extrem teuer werden?
Josef Diermayer: Vorweg, was der Krieg für die Menschen dort bedeutet, ist ein Wahnsinn, da muss man in Gedanken bei den Menschen sein. Das ist eine humanitäre Katastrophe. Welche Auswirkungen dieser Krieg hat, lässt sich monetär noch nicht abschätzen. Düngemittel haben sich schon extrem verteuert und es ist wahrscheinlich, dass sie noch teurer werden, weil auch Firmen, die dort produzieren, stillgelegt wurden. Momentan haben wir eh schon eine Verdreifachung der Preise, auch die Energiepreise werden noch teurer.
Tips: Wird es Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise haben?
Josef Diermayer: Wie sich das Ganze auf die Lebensmittelpreise auswirkt, da ist es schwierig, dies monetär abzuschätzen. Ich habe kürzlich mit Josef Miesenberger vom Fleckviehzuchtverband gesprochen, gerade was die Zuchtexporte betrifft, sind die Folgen hier auch noch nicht absehbar. Was die Lebensmittelpreise betrifft, so wissen wir, dass die Handelskonzerne Preisspannen haben. Wir hoffen, dass sie nicht noch teurer werden, denn an die Bauern wird dies nicht weitergegeben.
Tips: Waren in den letzten Jahren im Bezirk Ried auch ukrainische Erntehelfer im Einsatz? Erwachsene Männer ab 18 Jahren dürfen ja mittlerweile nicht mehr ausreisen.
Josef Diermayer: Erntehelfer waren bei uns eher minimal im Einsatz. Ich kenne nur einige Betriebe, habe aber mit denen noch nicht darüber gesprochen. Man weiß auch nicht, wie sich die Flüchtlingsströme auswirken und ob diese dann auch eine Arbeitsgenehmigung kriegen. Bei uns im Innviertel hält sich das eher noch in Grenzen, im Vergleich zum Eferdinger Becken beispielsweise.
Tips: Die Ukraine wird als Kornkammer Europas bezeichnet. Wird sich der Krieg auf die Getreidepreise auswirken beziehungsweise werden Futtermittel teurer?
Josef Diermayer: Unsere Bauern haben kein Getreide zugekauft, weil wir gemischte Betriebe haben. Andere Bundesländer wie Tirol kaufen zu. Aber es gibt sicher andere Betriebe, die Getreide im Ausland zugekauft haben und ich weiß, dass es schon vorher mal zu Engpässen gekommen ist. Inländisches Getreide war aber noch da, aber das ausländische Getreide war halt billiger.


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