Strompreisbremse verhindert die schlimmsten Auswirkungen - Ried will Energiegutscheine ausgeben
RIED. Dank der Strompreisbremse der Regierung bleiben den meisten Stromkunden der Energie Ried extreme Preissteigerungen erspart. Das Unternehmen erhöht seinen Arbeitspreis ab 1. Jänner auf 35,88 Cent brutto pro Kilowattstunde. Für Härtefälle soll es Energiegutscheine geben.

Der neue Geschäftsführer (CEO) Friedrich Pöttinger, Rieds Bürgermeister Bernhard Zwielehner und Vizebürgermeister Peter Stummer präsentierten heute, Montag, die Pläne des Unternehmens.
Die neuen Preise von 29,90 Cent netto beziehungsweise 35,88 Cent brutto sollen ab dem 1. Dezember und bis zum 30. Juni 2024 gelten. Ab dem 1. Dezember wird bis zu einem Verbrauch von 2.900 Kilowattstunden (KWh) pro Jahr auf den Rechnungen trotzdem nur ein Preis von 10 Cent pro Kilowattsunde (c/KWh) aufscheinen. Den Rest gleicht die Regierung mit der Strompreisbremse aus. Für den Strom, der darüber hinaus verbraucht wird, sind die neuen Preise zu zahlen.
Der neue Geschäftsführer (CEO) Friedrich Pöttinger erklärte: „Wir beliefern etwa 17.000 Kunden. Von der Strompreisgrenze sind etwa 16.500 betroffen. 15.000 davon sind Haushalte, der Rest sind landwirtschaftliche Betriebe oder Gewerbe. Die Hälfte verbraucht pro Jahr 2.900 KWh oder weniger.“
Mehrbelastung für die meisten verkraftbar
Bei kleineren Haushalten mit einem Stromverbrauch von rund 2.000 KWh wirkt sich das in einer Mehrbelastung von etwa zehn Euro pro Monat aus. Größere Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 3.500 KWh müssen brutto mit monatlich 31 Euro mehr rechnen.
Drei Viertel der Kunden der Energie Ried brauchen weniger als 4.900 KWh pro Jahr. In dieser Größenordnung muss mit einer Mehrbelastung von 68 Euro pro Monat kalkuliert werden.
Sollten die Einkaufspreise für Strom längerfristig sinken, wird die Energie Ried automatisch und auch gesetzlich vorgeschrieben ihre Energiepreise wieder senken.
Ab 1. Jänner will die Energie Ried die Preise harmonisieren. Dann wird es keine Gratisstromtage mehr geben. Pöttinger: „Wie lange das gilt, hängt auch davon ab, wie sich die Märkte bewegen.“
Energiegutscheine
Um Härtefälle zu unterstützen, will die Stadt Ried in Zusammenarbeit mit der Caritas Energiegutscheine auflegen. Bürgermeister Zwielehner: „In Ried darf kein Haushalt kalt werden. Dieses Versprechen geben wir.“
Diese Gutscheine werden zusätzlich zum Weihnachtszuschuss der Stadt und zum Heizkostenzuschuss des Landes ausgezahlt.
Genaue Einzelheiten (wer bekommt wieviel?) seien noch nicht definiert, weil diese Pläne erst kurz vor der Pressekonferenz beschlossen wurden. Bis jetzt steht fest: Die Energiegutscheine sind direkt auf die jeweilige Stromrechnung einlösbar und können am Stadtamt Ried oder bei der Caritas-Sozialberatungsstelle abgeholt werden.
Friedrich Pöttinger meint dazu: „Die Gutscheine sind keine 'Streuartikel', sondern nur für Härtefälle gedacht. Wir können aber auch schauen, warum die Leute so viel Strom verbrauchen, und sie entsprechend beraten.“
Vizebürgermeister Peter Stummer (wie der Bürgermeister Mitglied der Generalversammlung) nennt einen weiteren Grund für die Unterstützung: „Wir dürfen nicht nur auf den Strompreis schauen. Es gibt ja auch noch die allgemeine Teuerung.“
Rückstellungen
Die Rückstellungen, die die Energie Ried wegen der laufenden Ermittlungen bilden muss, wirken sich auf die Stadt sehr schmerzhaft aus. Bürgermeister Zwielehner: „Wir können als Eigentümer derzeit kein Geld herausnehmen. Somit sind sämtliche Projekte, die darauf ausgelegt waren, bis auf weiteres auf Eis gelegt. Wir müssen an allen Ecken und Enden sparen.“
Das „bis auf weiteres“ könne durchaus sechs Jahre dauern, fügte er hinzu.
Freigestellt
Von den bisherigen zwei Geschäftsführern ist Silke Sickinger weiterhin im Betrieb und im wesentlichen für die kaufmännischen Arbeiten zuständig.
Anton Eckschlager ist „bis auf Widerruf“ freigestellt. Wie Bürgermeister Zwielehner erläuterte, ist aber vereinbart, dass es eine geregelte Übergabe gibt. Generell laufe sein Vertrag noch fast drei Jahre, aber, so der Bürgermeister: „Wir gehen davon aus, dass er mit seinen Qualifikationen kurzfristig eine neue Arbeit findet.“
Zur Zukunft des Unternehmens meinte Zwielehner: „Es gibt viele Interessenten, die die Energie Ried möchten, aber wir sagen eindeutig: Wir werden alles tun, dass die Energie Ried zu 100 Prozent Stadteigentum bleibt.“


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