Drohnen sollen den Gewürzanbau unterstützen
LAMBRECHTEN. Das Forschungsprojekt „Digiherb“ erforscht den Drohneneinsatz im Anbau von Blaumohn und Kümmel. Getestet wird auf den Feldern der Lambrechtener Schneiderbauer Gewürze GmbH und von mehreren Vertragslandwirten im Innviertel.

Drohnen werden in der Landwirtschaft schon häufig eingesetzt. Sie überwachen den Zustand der Pflanzen, erkennen Unkraut, bringen Dünge- und Pflanzenschutzmittel aus und ermitteln den idealen Erntezeitpunkt. In der Forstwirtschaft bringen sie auch Saatgut aus. Das schont den Boden und die Umwelt, spart Kosten und CO2.
Für den Anbau von Sonderkulturen – insbesondere Gewürzen – gibt es noch kaum Erfahrungen.
Das neue Forschungsprojekt „Digiherb“ im Lebensmittel-Cluster der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria übernimmt nun eine Vorreiterrolle und erforscht den Drohneneinsatz im Anbau von Blaumohn und Kümmel.
Praxistests
In der Praxis wird die Drohnentechnologie auf den Feldern der Schneiderbauer Gewürze GmbH und von mehreren Vertragslandwirten im Innviertel getestet.
Die Geschwister Karin und Stefan Schneiderbauer beliefern mit ihrem Familienunternehmen Großbäckereien und Mühlen mit Leinsamen, Blaumohn, Kümmel und Brotgewürz sowie den Einzelhandel mit Gewürzmischungen. „Ein gesunder Boden und eine schonende Ernte sowie gentechnikfreie Pflanzen sind unsere Kernphilosophie“, sagt Karin Schneiderbauer.
Zunächst soll auf den Schneiderbauer-Feldern ermittelt werden, wie die Ausbringung des Saatguts mittels Drohne möglich ist. „Die Aussaattechnologie mittels Drohne ist die am wenigsten erforschte Methode. Daher müssen wir mit Grundlagenforschung beginnen, um den idealen Prozess und die ideale Methode für die Aussaat des Blaumohns und verschiedener Gewürze zu ermitteln“, betont Claudia Probst, Professorin für Agrartechnologie und -management an der Fachhochschule Oberösterreich am Campus Wels, die das Projekt wissenschaftlich begleitet.
Zunächst müssen gefärbte Saatgutkapseln hergestellt, dann ein Flugplan mit ersten Tests erstellt werden. Aus den gesammelten Daten wird die Saatgutausbringung kartiert, die optimale Flughöhe und Geschwindigkeit ermittelt. Nach den Feldversuchen werden die gesammelten Daten ausgewertet und interpretiert.
„Der Mehrwert für die Landwirtschaft ist vielfältig“, betont Probst. „Zum einen ist die Drohnentechnologie eine klima- und bodenschonende Ergänzung zu gängigen Landmaschinen, weil mit ihnen manche Anwendungen effizienter durchgeführt werden können. Zum anderen sorgt sie dafür, dass Betriebsmittel kostensparend und nach Bedarf eingesetzt werden, was ebenfalls die Umwelt schont.“
KI-Anwendung
Im Projekt wird auch eine KI-Anwendung aus dem Hause Blickwinkel für die Anforderungen des Gewürzanbaus weiterentwickelt. Durch die Übertragung der Daten in Feldspritzen können bei der Bekämpfung bestimmter Unkräuter Pflanzenschutzmittel eingespart werden, erklärt Michael Treiblmeier, der mit seinem Unternehmen Blickwinkel – digital service in Kirchdorf am Inn landwirtschaftliche Betriebe und Unternehmen auf ihrem Weg in die Digitalisierung begleitet.


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