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RIED / INNVIERTEL. Zwei Herausforderungen machen der heimischen Landwirtschaft besonders zu schaffen: Der Druck auf die Erzeugerpreise und die aktuelle Dürreperiode. Vertreter der Landwirtschaftskammer mit LK-OÖ-Präsident Franz Waldenberger an der Spitze informierten am 8. Oktober über die Lage der Bauern im Innviertel.

  1 / 4   Der Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich Franz Waldenberger (r.) mit den Bezirksbauernkammer-Obmännern (v. l.) Paul Maislinger (Braunau), Christoph Schneiderbauer (Ried) und Franz Höller (Schärding) sowie den Vorsitzenden des Bäuerinnen-Beirates Monika Rendl (Ried), Bianca Huber (Schärding) und Christina Huber (Braunau) (Foto: Horn)

„Das Innviertel ist eine der landwirtschaftlich intensivsten Regionen in Österreich, mit besten Böden und einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 28 Hektar“, sagte der Braunauer Bezirksbauernkammerobmann Paul Maislinger. Rund 300 Landwirte sind auch Direktvermarkter. Sein Rieder Kollege Christoph Schneiderbauer wies darauf hin, dass Raumordnungsmaßnahmen, Windkraft-Beschleunigungszonen oder der Bau von Gasleitungen „auf unser Eigentum zugreifen“. Die Kammer stehe hier „Gewehr bei Fuß, um die Interessen der Bauern zu verteidigen.“

Mit Blick auf betriebswirtschaftliche Kennzahlen und die Ausbildungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft meinte Schneiderbauer: „Wir können das, was wir machen“. Er forderte, die bürokratische Last zu verringern, begrüßte aber den Grünen Bericht. Dieser stelle die Lage der Bauern sehr gut dar und man müsse sich „nicht auf die Verkaufszahlen von Traktoren verlassen“.

„Herausforderndes Jahr“

Der Schärdinger Obmann Franz Höller berichtete, dass 2026 ein „herausforderndes Jahr“ sei. Die Dürre habe zu Ertragseinbußen und zu höheren Schäden durch den Borkenkäfer geführt. „Jetzt geht es um den klimafitten Wald. Die Fichtenmonokulturen müssen wohl verschwinden, auch wenn die Fichte unser Brotbaum ist. Wir brauchen mehr hitzeresistente Baumsorten – die vertragen aber oft keinen Frost.“

Die Bauern seien mit stark schwankenden Erzeugerpreisen und steigenden Kosten konfrontiert, die Erlöse hätten aber nicht mitgezogen. „Wenn man die Entlohnung herunterrechnet, kommen wir manchmal auf zwei bis drei Euro pro Stunde.“ Wegen dieser unsicheren Situation gäbe es derzeit viele kleine Investitionen, aber kaum noch große.

Investitionsobergrenzen und Herkunftsbezeichnung

LK-OÖ-Präsident Franz Waldenberger hob hervor, dass das Innviertel sehr gute Produktionsbedingungen“ habe. Die massiven Kostensteigerungen von 38 Prozent in den letzten fünf Jahren, denen eine Umsatzsteigerung von nur 19 Prozent gegenüberstehe, seien aber ein großes Problem. Er forderte, die förderbaren Investitionsobergrenzen von 500.000 auf eine Million Euro anzuheben, damit beispielsweise teure Stallbauten finanzierbar sind. Wichtig sei auch eine verpflichtende Herkunftsbezeichung bis hin zur Gastronomie.

Verschiedene Standards

Im internationalen Wettbewerb kämpfe die heimische Landwirtschaft mit ungleichen Voraussetzungen. Sie konkurriere in vielen Bereichen mit den Weltmarktpreisen, produziere aber nach strengeren nationalen Vorgaben. Seit dem EU-Beitritt verfolge die Landwirtschaft eine Qualitätsstrategie; teilweise freiwillig, teilweise wegen gesetzlicher Vorgaben. „Wir fürchten keine Konkurrenz, wenn sie die gleichen Standards hat wie wir. Die aktuelle Situation ist aber unfair“, sagt Waldenberger.

Preisdruck

Durch die Konzentration im Handel entstehe aber ein enormer Preisdruck. „Die Landwirtschaft ist sich einig, dass die Erzeugerpreise zu niedrig sind, ist aber bis zu einem gewissen Grad dem Handel ausgeliefert. Wir sind wirtschaftlich das letzte Glied in der Kette, sehen uns aber in der Produktion als das erste Glied. Wir brauchen einen Schulterschluss zwischen Konsumenten und Produzenten“, sagt Waldenberger und fragt: „Muss der Handel wirklich irische Butter für einen Euro ins Regal legen? Das bringt uns nicht nur ein Kosten-, sondern auch ein Imageproblem. Wie können wir bei solchen Preisen den Konsumenten davon überzeugen, dass Lebensmittel einen Wert haben?“

Sicherheit

Letztlich gehe es auch um Versorgungssicherheit. „In den letzten Krisen haben wir gesehen, dass Lieferketten reißen können.“ Die Gesellschaft und die Politik müssten sich überlegen, was für die Sicherheit gebraucht wird: „Dazu gehört die Landwirtschaft vor Ort.“


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