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BEZIRK ROHRBACH. Weil viele Bäche und Seen nicht mehr im ökologischen Gleichgewicht und teilweise fischleer sind, kündigt Landesrat Max Hiegelsberger an, verstärkt gegen tierische Fischräuber vorzugehen. So wie es Niederösterreich bereits vorgemacht hat, hier wurde der Schutz von Fischottern und Bibern teilweise aufgehoben. Während heimische Fischer und Landwirte solche Maßnahmen begrüßen, sieht man diese von Seiten des Naturschutzes sehr kritisch.
 

  1 / 2   Die unter Naturschutz stehenden Fischotter und Biber haben in den vergangenen Jahren das Land wieder besiedelt. Foto: Rudolpho Duba/pixelio.de

Seit einigen Jahren ist die Situation hinsichtlich Fischotter fast nicht mehr tragbar. „Bäche sind teilweise fischleer. Auch die Hobbyteichbesitzer haben großteils den Besatz mit Fischen aufgegeben, weil die Fischotter sogar Zäune überwinden, um an ihre Beute zu kommen“, berichtet Walter Koller, Geschäftsführer des Fischereireviers Rohrbach und Gründungsmitglied der Arge Fisch(otter). Der übertriebene, einseitige Schutz der Fischräuber würde den heimischen Bestand unter Wasser gefährden, warnt die Arge schon seit der Gründung vor zwei Jahren.

Denn so wie im Bezirk Rohrbach schaut die Situation im ganzen Land kritisch aus. „Fischotter und Biber richten in der Landwirtschaft und der Fischereiwirtschaft großen Schaden an“, erklärt Landesrat Max Hiegelsberger (VP). „Viele Bäche und Seen sind nicht mehr im ökologischen Gleichgewicht, weil tierische Fischräuber unter Naturschutz stehen. Es kann nicht sein, dass das letzte Glied in der Nahrungskette überhaupt nicht berücksichtigt wird“, sagt Hiegelsberger. Er kann sich deshalb vorstellen, dem Beispiel von Niederösterreich zu folgen. Nachdem schon im Frühjahr ein Fischotter-Managementplan vorgestellt wurde, sollen jetzt im Einklang mit Landwirtschaft, Jagd, Fischerei und Naturschutz weitere Schritte erarbeitet werden. „Es will niemand, dass es die Tiere nicht mehr gibt. Genauso wenig wünscht sich aber auch niemand, dass es keine Fische mehr gibt. Wir müssen bei dieser Thematik mit Augenmaß vorgehen und alle an einem Strang ziehen“, betont der Landesrat.

Rückkehr von Otter und Biber ist Bereicherung

„Fischotter und Biber als Sündenböcke hinzustellen, greift zu kurz“, sagt in diesem Zusammenhang der Ökologe Thomas Engleder, der sich für Natur- und Artenschutz einsetzt.  Er sieht eine Bejagung rückgekehrter Arten generell sehr kritisch: „Diese jungen Populationen sind meist noch sehr verletzlich und die Tiere sind schnell wieder verschwunden, wenn sie zu schnell und zu intensiv bejagt werden. Beim Otter und beim Biber ist es in den vergangenen Jahren gelungen, wieder halbwegs überlebensfähige Populationen aufzubauen, die Tiere konnten aus eigener Kraft weite Teile des Landes wieder besiedeln“, freut sich der Haslacher. „Ich lebe gerne in einem Gebiet, in dem solche besonderen Tiere zurückkehren und einen guten Lebensraum vorfinden.“ Rund 245 Fischotter sollen es in Oberösterreich sein. Die Tiere vermehren sich aber nicht endlos – „sie unterliegen sehr wohl Beschränkungen vor allem durch den Menschen“, betont Engleder. Größtes  Problem ist der Verkehr: „Allein in den vergangenen beiden Jahren wurden an der Großen Mühl zwischen Iglmühle und Haslach zehn tote Biber gefunden, fast alle Verkehrsopfer. Dazu kommen illegale Tötungen und Hochwässer kosten vielen Jungtieren das Leben.“

Der Ökologe weist außerdem auf die Bedeutung der Biber für die Renaturierung der oft stark veränderten Fließgewässer hin. „Er zeigt uns sehr gut, wo Renaturierungsbedarf besteht und führt diese auch gleich kostenlos in Eigenregie aus. So trägt der reine Vegetarier und ausgezeichnete Wasserbauer positiv zum Wasserrückhalt, Hochwasserschutz und Artenvielfalt bei und verbessert auch die Lebensbedingungen von Fischen. Dafür braucht er halt ein bisschen Platz, der sich mit etwas gutem Willen akzeptieren bzw. entschädigen lässt.“


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