Weniger Einwohner dafür mehr Autos
BEZIRK ROHRBACH. Während die Zahl der Einwohner in den vergangenen 15 Jahren sank, stieg im selben Zeitraum die Zahl der zugelassenen Pkw. Experten vom Verkehrsclub Österreich sehen darin einen Zusammenhang und fordern bessere Öffi-Angebote. Es gibt aber auch unkonventionellere Ansätze dazu.

Aktuell wohnen im Bezirk Rohrbach 56.486 Menschen, die insgesamt 36.108 Autos besitzen. 2011 lebten hier 56.688 Menschen, diese hatten 34.381 Pkw zur Verfügung. (Quelle: Statistik Austria) Während die Zahl der Einwohner in den vergangenen Jahren sukzessive zurückging, stieg der Bestand der Personenkraftwagen an. Im Zeitraum von 2007 (32.315 Autos) sind es demnach um 3793 Autos mehr, die in der Region zwischen Donau und Böhmerwald angemeldet sind. Seit 1991 hat sich der Pkw-Bestand sogar um 57 Prozent erhöht. Was sind die Gründe dafür? Nicht von der Hand zu weisen ist der Umstand, dass die im Bezirk lebenden Menschen im Schnitt älter wurden und der Durchschnitts-Rohrbacher auch eher einen Führerschein und somit ein eigenes Auto besitzt. Auch die steigende Individualmobilität und die Erwerbsquote (Zweitauto) spielen eine Rolle. „In Regionen die eher schrumpfen ist die Zahl der Autos hoch“, heißt es dazu in einer Aussendung des Verkehrsclub Österreich (VCÖ).
Öffis und Individualität
„Die flexibleren Arbeitszeiten machen ein verbessertes öffentliches Verkehrsangebot tagsüber, an den Tagesrandzeiten und am Wochenende nötig“, meint VCÖ-Verkehrsexperte Markus Gansterer. Auch die Kombination verschiedener Verkehsmittel ist zu vereinfachen und das Angebot an Carsharing auszuweiten. Diesbezüglich haben die Verkehrsverantwortlichen aber bereits gehandelt. So gibt es seit diesem Jahr ein Carsharing in Sarleinsbach. Seit Jahren soll auch die Online-Plattform „Flinc“ (Leader Region Donau Böhmerwald) oder die Mitfahrbörse (Verein Alom) dazu anregen, Fahrgemeinschaften zu bilden. Ansätze wie die Oma, die kein Auto hat, im Schulbus zum Arzt zu bringen und dann zurück im Paketdienst-Auto zu fahren, schlug Verkehrsexperte Klaus J. Beckmann bei einem ÖAMTC-Symposium vor.
Zersiedelung und Steuer
Eine Rolle kann auch die Raumordnungspolitik in Zeiten der Abwanderung spielen. Es sind aber mehrere Faktoren die hier zusammenspielen. „Wir brauchen ein generelles Umdenken“, fordert Architekt Josef Schütz, der sich in seiner Diplomarbeit vor 30 Jahren mit dem Aussterben der Ortskerne beschäftige. Um den Lebensraum am Land zu adaptieren brauche es laut Schütz vor allem ein Umdenken bei der Kommunalsteuer.


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