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BEZIRK ROHRBACH. Auch wenn schon in fast 60 Prozent der 40 Rohrbacher Gemeinden Asylwerber untergekommen sind, ist das noch zu wenig. Die Quartierssuche geht deshalb intensiv weiter, bleibt aber eine ständige Herausforderung.

  1 / 2   Es weihnachtet auch in den Asylwerber-Quartieren. „Die Flüchtlinge wollen unsere Rituale kennenlernen und daran teilhaben“, weiß Christa Bohaumilitzky. In einigen Orten wurden deshalb kleine Feiern und Veranstaltungen organisiert.

„Wir bekommen oft Angebote, die einfach nicht passen – sei es wegen überhöhter Preise oder der fehlenden Infrastruktur“, sagt Christa Bohaumilitzky, Einsatzleiterin der Volkshilfe, die mittlerweile 22 Asylquartiere betreut. „Die Unterbringung in Ortsnähe wäre halt am besten. Denn ein Busticket darf nicht mehr kosten, als das Essensgeld ausmacht. Auch die Integration geht hier viel leichter“, ergänzt sie. Bohaumilitzky wäre froh über jedes passende Quartier: „In Linz oder in Traiskirchen sind die Asyllager überfüllt, viele Menschen werden auf die Straße geschickt. Und trotz dieser Notsituation gibt es bei uns nach wie vor große Orte, in denen kein Flüchtling lebt“, appelliert sie erneut, leerstehende Gebäude zur Verfügung zu stellen.

Aktuell haben 600 Asylsuchende bei privaten Quartiergebern, Pfarren oder Gemeinden eine vorübergehende Bleibe gefunden. „Gemessen an der Einwohnerzahl des Bezirkes kommen wir pro 100 Einwohner auf 1,1 asylsuchende Mitmenschen. Das ist im Vergleich zu den vielen herbergsuchenden Menschen noch zu gering“, sieht Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner ebenfalls noch Handlungsbedarf. Bei ihr laufen alle Fäden der Flüchtlingskoordination zusammen und sie weiß, dass „wir erst am Anfang einer langen Integrationskette sstehen. Diese gilt es zu meistern – aber angesichts der gelebten Solidarität im ganzen Bezirk werden wird dies mit Sicherheit bewältigen.“

Gelebte Solidarität

Damit spricht sie zum einen die unzähligen ehrenamtlichen Helfer und beruflichen Asylbetreuer der Volkshilfe und des Roten Kreuzes an, die um Integration bemüht sind. Gleichzeitig bedankt sie sich bei allen, „die ihren persönlichen Beitrag zur Bewältigung der vielen tausenden hilfsbedürftigen Menschen auf der Flucht, die nach Deutschland weitergereist sind, geleistet haben. Viele von ihnen waren rund um die Uhr im Einsatz. Ich danke auch für die vielen guten, spontanen Anregungen und konstruktiven Lösungsvorschläge“, sagt Mitterlehner. Die Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft habe stets gut funktioniert. „Durch dieses mitmenschliche Wirken leisten wir gleichzeitig einen großen Beitrag zum Erhalt unserer Lebensqualität. Menschliches Verhalten und positives Denken bereichert uns. Wir können froh sein, dass wir in einem wohlhabenden Staat mit einem ausgeprägten Sozialsystem leben. Daher tragen wir Verantwortung, in schwierigen Zeiten Humanität und Solidarität zu zeigen.“

Dass die ehrenamtliche Unterstützung großartig ist, können die mittlerweile 13 Flüchtlingsbetreuer der Volkshilfe bestätigen. Bohaumilitzky meint dazu: „Es gibt eine Spaltung der Gesellschaft, das spüren wir. Aber viele, vor allem junge Leute sind bereit zu helfen, Kontakte zu knüpfen und dann ist auch die Angst vor dem Fremden weg. Und sie bekommen von den Menschen so viel Herzlichkeit und Dankbarkeit zurück.“


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