Beim neuen Rathaus trifft Historisches auf Moderne
ROHRBACH-BERG. Es war nicht einfach, aber jetzt sind die Pläne für das neue Rathaus der Stadtgemeinde so gut wie fixiert. Gestern Abend wurden diese im Centro vorgestellt und finden auch überwiegend Zustimmung.

Wie es halt so ist mit großen Bauten: die Meinungen werden immer auseinander gehen. „100-prozentige Zustimmung wird es nie geben. Aber von Besprechung zu Besprechung wurde unser Projekt stimmiger“, meinte Bürgermeister Andreas Lindorfer (VP). Von den Mitarbeitern der Stadtgemeinde bis zu den Gemeindegremien und dem Ortsbildbeirat haben sich viele mit den Planungen befasst.
Diskutiert wurde vor allem über die Ansicht vom Stadtplatz und deren Fensteranordnung, für die es einige Varianten gibt. Entschieden hat man sich jetzt für ein schmales, hohes Fensterband, das allerdings laut SP-Fraktionsvorsitzenden Andreas Hannerer „zu sakral“ ist. „Das Stadtamt mit dem Laubengang sollte eigentlich der Blickpunkt bleiben“, ist ihm der Neubau zu präsent. Architekt Josef Schütz vom Architekturbüro Arkade in Haslach meinte dazu: „Wir wollten nach vorne ein zusammengehörendes zweigeschoßiges Amtsgebäude spürbar machen. Und es ist ein besonderes Gebäude - das darf sich zum Stadtplatz hin mit einer Fassade zeigen, die sich von anderen abhebt.“ Farblich wird die verputzte Fassade des Neubaus an das bestehende Rathaus angepasst.
Vom Stadtplatz zum Kirchenplatz
Der derzeitige Eingang bleibt bestehen. Von dort führt ein passagenartiger Durchgang zum Kirchenplatz sowie über Stiegenaufgang oder Lift zum Bürgerservice. Dieses ist als abgeschlossene Einheit mit Foyer mit Blick auf den Kirchenplatz, Wartebereich, Garderoben, Sozialraumbereich und den Amtsräumen im ersten Stock zu finden. Hier soll die Drehscheibe des Gebäudes werden. Im Erdgeschoß zieht wieder das Reisebüro SabTours ein (deshalb auch die großen Fensterflächen). Bauamt und Finanzabteilung finden sich im zweiten Stock; der Sitzungssaal sowie das Standesamt bleiben im historischen Teil des Rathauses.
Innen präsentiert sich das neue Rathaus als lichtdurchflutetes, freundliches, großzügiges und funktionelles Gebäude, in dem die Bediensteten einen angenehmen Arbeitsplatz finden. Die Kosten liegen bei 2,8 Millionen Euro. Für Bürgermeister Lindorfer ist die Fertigstellung im Herbst 2017 realistisch.
Campus für Pflichtschulen
Erst bei einem groben Konzept steht man beim zweiten Großprojekt, das in Rohrbach-Berg ansteht: dem Schulcampus. Weil sowohl Neue Mittelschule, Volksschule und Polytechnische Schule sanierungsbedürftig sind, will man Synergieeffekte nutzen und die Pflichtschulen an einem Standort zusammenfassen. Die alte Polytechnische Schule wird weggerissen - damit öffnet sich auch die Musikschule in Richtung Campus, wie Architekt Schütz erklärte.
Das Poly soll am derzeitigen Standort der Volksschule, gleich neben der Berufsschule angesiedelt werden. Während das alte Gebäude weggerissen wird, werden die Räumlichkeiten aus dem Jahr 1996 saniert. Gleichzeitig erfolgt der Anbau von Werkstätten und neuem Eingangsbereich.
Für den Schulcampus wird ein Architektenwettbewerb folgen. Allerdings muss erst ein Verkehrskonzept erstellt werden, um die Sicherheit der Pflichtschüler zu gewährleistsen. Dazu will die Stadtgemeinde einen externen Experten ins Boot holen.


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