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ROHRBACH-BERG. 13.000 persönliche Gespräche wurden in den oberösterreichischen Schuldnerberatungsstellen im Vorjahr geführt, um die Leute finanziell wieder auf die Beine zu bringen. Für den Schritt zum Privatkonkurs braucht es aber gerade im ländlichen Raum nach wie vor viel Überzeugungsarbeit.

Wenn sich die Schuldenspirale zu drehen beginnt, kommt man ohne Hilfe kaum wieder raus.  Foto: Uwe Schlick/pixelio.de

„Wenn man in Privatkonkurs geht, ruiniert man sich nicht sein Leben. Im Gegenteil: Man bekommt die Chance auf einen Neubeginn.“ Davon ist Schuldnerberaterin Maria Grabner überzeugt, die seit fast 30 Jahren in diesem Bereich tätig ist und weiß, dass das Thema Schulden in jeder Hinsicht ein Handicap ist: am Arbeitsmarkt, in der Beziehung, in der Gesellschaft. Der Privatkonkurs wäre eine gute Möglichkeit, seine finanzielle Situation in den Griff zu bekommen. „Viele scheuen aber diesen Schritt, weil sie das negative Gerede fürchten“, bedauert die Regionalstellenleiterin der Schuldnerhilfe.

Unverzichtbar sei aber eine Änderung der Insolvenzordnung: „Sieben Jahre am bei weitem zu niedrigen Existenzminimum zu leben, ist extrem lang. Außerdem ist die 10 Prozent-Mindestquote kaum erreichbar – dann leben alle Schulden und Zinsen wieder auf“, fordert Maria Grabner eine Reform.

Die Ursachen für die Zahlungsunfähigkeit sind meist schwer auf einen Punkt zu bringen. Die sinkenden Realeinkommen spielen ebenso mit, wie eine Verschlechterung der Einkommenssituation durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit, eine Scheidung oder mangelnde Budgetplanung. „Viele nennen auch den nicht gelernten Umgang mit Geld im jugendlichen Alter“, berichtet die Beraterin.

Anteil der jungen Klienten bleibt hoch

Oberösterreichweit ist ein Drittel aller Klienten unter 30 Jahre alt. Auch Maria Grabner hat in ihrer Region Rohrbach/Freistadt „extrem viele junge Klienten“. Ihr ist deshalb die Bewusstseinsbildung an Schulen besonders wichtig. „Mit dem Finanzführerschein, Workshops und Vorträgen können wir die Finanzkompetenz der Jugendlichen festigen. Aber trotz der vielen, guten Präventionsangebote werden die Neukontakte, Beratungsgespräche und Konkurse nicht weniger.“


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