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Asylsituation im Bezirk Rohrbach: Den vielen ehrenamtlichen Helfern ist die positive Stimmung zu verdanken

Martina Gahleitner, 28.02.2017 06:00

BEZIRK ROHRBACH. Ein einzigartiges Netzwerk der Integration hat Oberösterreich in den vergangenen Jahren aufgebaut. Rund 10.000 Helfer sind hierzulande aktiv und engagieren sich für Asylwerber. Auch die 710 Flüchtlinge, die im Bezirk Rohrbach eine Bleibe gefunden haben, können auf Unterstützung zählen.  

Bei Vernetzungstreffen kommen die Sorgen der ehrenamtlichen Helfer ans Licht. Foto: Gahleitner
  1 / 2   Bei Vernetzungstreffen kommen die Sorgen der ehrenamtlichen Helfer ans Licht. Foto: Gahleitner

„Seit Beginn der Flüchtlingsbewegung ist so viel Positives passiert. Das ist den vielen Ehrenamtlichen zu verdanken, auch die gute Stimmung, die hier im Bezirk herrscht“, ist Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner überzeugt. Wieviele Freiwillige die Zugewanderten beim Deutsch lernen, bei der Arbeits- oder Wohnungssuche, bei der Integration unterstützen, könne sie nicht genau sagen, aber an die 100 Helfer werden es sicher sein. „Wir haben in 22 Gemeinden Asylwerber untergebracht und eigentlich bei allen Quartieren ist eine Gruppe von Ehrenamtlichen aktiv. Sie sorgen für Integration vom ersten Tag an und leisten wirklich Unglaubliches“, ist Mitterlehner allen dankbar.

Mühsame Aufgabe

Allerdings merkt sie auch, dass den Helfern die Luft ausgeht. „Erfolge stellen sich oft nur langsam ein. Die Unterbringung am Arbeitsmarkt oder die Sprachkurse sind sehr mühsam. Auch die lange Verfahrensdauer wird immer wieder kritisiert“, weiß die Bezirkschefin, bei der in Sachen Asyl alle Fäden zusammenlaufen.

Diese Aussagen decken sich mit einer aktuellen Befragung von Helfern im Flüchtlingsbereich, die Landesrat Rudi Anschober (Grüne) beauftragt hat. Bei den Wünschen und Herausforderungen nannten die Befragten das Asylverfahren und den Mangel an Ressourcen, die zeitliche Belastung sowie die Motivation neuer Freiwilliger als Herausforderung. 

Für Wilbirg Mitterlehner ist wichtig, die Werte- und Orientierungskurse zu forcieren, diese sollen das ganze Jahr hindurch stattfinden. Außerdem würde sie sich wünschen, dass die Asylwerber verstärkt in öffentlichen Einrichtungen mithelfen können - etwa in Schulen oder auf Bauhöfen. In Bezirksaltenheimen, bei Arcus oder im Sozialmarkt sind Asylwerber bereits ehrenamtlich oder für Sonderprojekte tätig.

Als RK-Sanitäter im Einsatz

Zwei Flüchtlinge machen derzeit gerade die Rettungssanitäter-Ausbildung. Einer von ihnen ist Abed aus Mosul im Irak, der in den Ortsstellen Rohrbach und Helfenberg praktischen Dienst leistet. „Er ist recht fleißig und hat sich gut in die Gruppe integriert. Auch die Patienten sind oft positiv überrascht, wie gut er sich verständigen kann“, erzählt der Bezirkslehrbeauftragte Stefan Wagner. Ausreichend Sprachkenntnisse sind natürlich die Grundvoraussetzung für die Ausbildung, „sie müssen sich mit den Patienten ja unterhalten und auch die Protokolle ausfüllen können“, ergänzt Wagner.

Zwischen Hoffnung und Verunsicherung

Unterstützung bekommt der 24-jährige Abed von Christine Oertl, Lehrerin aus Rohrbach-Berg,  die mit Asylwerbern Deutsch gelernt hat. „Es war interessant zu beobachten, wie unterschiedlich der Wille und die Energie waren, unsere schwierige Sprache zu lernen. Jeder trägt seinen Rucksack mit Belastungen, Ängsten und Sorgen. Manche Menschen können mit Widrigkeiten im Leben besser umgehen als andere - diese Umstände beeinflussen Motivation, Wille und Energie“, sagt Oertl. Sie und ihr Mann luden Abed ein, bei ihnen zu leben. „Seine Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und sein Verantwortungsbewusstsein, sein Humor und sein Ehrgeiz machen das gemeinsame Leben richtig angenehm. Nur das Warten auf den hoffentlich positiven Bescheid verunsichert extrem.“

Sie weiß auch, dass der studierte Fahrzeugtechniker arbeiten und für sich selbst sorgen will, „aber ein Arbeitsumfeld zu finden, in dem ein Asylant akzeptiert und seine Arbeit geschätzt wird, scheint gar nicht so leicht zu sein“, meint Christine Oertl.

709 Asylwerber sind momentan in 22 Gemeinden des Bezirkes untergebracht. Die Hälfte davon kommen aus Afghanistan, 14 Prozent aus Syrien, 9 Prozent aus dem Irak. Insgesamt sind Menschen aus 20 Nationen zugewandert.


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