Sitzenbleiben und Noten kommen wieder zurück
BEZIRK ROHRBACH. Nur noch wenige Tage, dann packen die Schüler in Oberösterreich wieder ihre Schultaschen zusammen. Ändern wird sich im kommenden Jahr vor allem für die Volksschüler etwas: Sie können theoretisch schon ab der zweiten Klasse wieder sitzen-bleiben.

Ein neues Pädagogik-Konzept wird ab dem kommenden Schuljahr in der Volksschule greifen, erklärt Schulqualitätsmanager Markus Gusenleitner, früher besser bekannt als Bezirksschulinspektor. Laut dem neuen Konzept wird es wieder möglich sein, dass Kinder schon in der zweiten Klasse klassisch sitzenbleiben können. Bisher war das erst ab der vierten Klasse Volksschule möglich. Gusenleitner ist mit dieser Entscheidung nicht ganz glücklich, relativiert aber: „Eine Rückstufung, die nicht als Sitzenbleiben gerechnet wird, ist nach wie vor bis inklusive in die dritte Klasse mit Zustimmung der Eltern möglich. Man wird sicherlich weiterhin versuchen, gute Lösungen für die Kinder zu finden“, ist er zuversichtlich.
Auch die verpflichtende Wiedereinführung der Ziffernnoten ab dem zweiten Halbjahr der zweiten Volksschul-Klasse stößt bei ihm auf wenig Gegenliebe: „Wir hatten immer gute Erfahrungen mit der verbalen Beurteilung. Die Wiedereinführung der Ziffernnoten empfinde ich als einen Rückschritt.“
NMS: noch kein neues Bewertungssystem im Bezirk
Auch für die Neuen Mittelschulen, die übrigens das Wort „Neu“ verlieren werden, gibt es ein neues Bewertungssystem. In den NMS des Bezirkes hat man sich aber unisono darauf geeinigt, dieses erst mit dem Schuljahr 2020/21 einzuführen. Dann wird es ab der sechsten Schulstufe zwei unterschiedliche Leistungsniveaus – „Standard“ und „Standard-AHS“ – geben.
Pensionswelle steht bevor
Probleme sieht der Schulqualitätsmanager auf den Bezirk Rohrbach aber in einem ganz anderen Bereich zukommen: „In den nächsten zehn Jahren gehen mehr als die Hälfte aller Lehrer in Pension. In Deutsch und Physik gibt es jetzt schon Probleme, die Stellen nachzubesetzen.“
Gusenleitner selbst wird sich damit nicht mehr lange auseinandersetzen müssen. Er geht mit 1. September 2020 in Pension. Das wird sich auch auf den Bezirk unmittelbar auswirken, denn sein Büro, das in der Bezirkshauptmannschaft angesiedelt ist, wird dann geschlossen, es wird nur noch einen Schulqualitätsmanager für das gesamte Mühlviertel geben.


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