Weil Pflegepersonal fehlt, bleiben Betten in den Altenheimen leer

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Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 15.01.2020 04:35 Uhr

BEZIRK ROHRBACH. Auch wenn der Mangel an Pflegepersonal im Bezirk noch nicht so ausgeprägt ist wie andernorts, ist der Sozialhilfeverband Rohrbach auf der Suche nach Fachkräften. Denn Betten in den Altenheimen können nicht belegt werden, weil Personal fehlt.

Zehn sehr dringende Fälle stehen auf der Warteliste für einen Platz in einem der sechs Altenheime des Sozialhilfeverbandes, 30 weitere haben die notwendige Pflegeeinstufung. Während allerdings Betten verfügbar wären, mangelt es an Personal. „In drei Altenheimen haben wir ausreichend Pflegekräfte. Aber in Rohrbach fehlen uns fünf Personaleinheiten, in Kleinzell sieben und in Lembach 20“, zeigt SHV-Obfrau Wilbirg Mitterlehner auf.

30 freie Pflegebetten

Diese rund 30 Personaleinheiten bedeuten 30 Pflegebetten, die nicht belegt werden können. Mit ein Grund für den aktuellen Personalbedarf sind nicht nur die jährlich anstehenden Pensionierungen, sondern vor allem die Aufstockung im Altenheim Lembach, wo aktuell das ganze dritte Obergeschoß nicht genutzt wird.

Suche läuft auf vielen Ebenen

Der Sozialhilfeverband hat deshalb schon im Herbst gemeinsam mit der Altenbetreuungsschule des Landes OÖ einen Heimhelferinnen-Lehrgang gestartet, der im März abgeschlossen wird. Die 30 Absolventinnen sollten überwiegend in den heimischen Altenheimen tätig werden. „Wir bewerben außerdem unsere freien Plätze in Tschechien, Rumänien und Deutschland, um auch ausländische Pflegekräfte anzusprechen“, informiert Mitterlehner. Sie möchte den SHV Rohrbach aber auch für Diplomkräfte, die nach Linz pendeln, oder für Berufsumsteiger schmackhaft machen. Zudem sollen Leasingkräfte helfen, die Situation zu entschärfen.

Beruf mit Zukunft

Derzeit sind 550 Mitarbeiter beim Sozialhilfeverband beschäftigt, etwa drei Viertel davon im pflegerischen Bereich. 93 Prozent sind Frauen, 88 Prozent arbeiten in Teilzeit. Neben der flexiblen Dienstzeitgestaltung macht das gute Arbeits- und Betriebsklima in den modernen Häusern die Arbeit beim Sozialhilfeverband interessant. Dieser bietet auch Kinderbetreuung für seine Mitarbeiter an – im Altenheim Ulrichsberg ist diese gut angelaufen, im April wird Lembach folgen. Auf jeden Fall sei die Arbeit im Pflegebereich ein Beruf mit Zukunft und guten Jobchancen. „Bewerber können sofort nach Ausbildungsende bei uns einsteigen“, betont die SHV-Obfrau.

Alle Berufsgruppen gefragt

Gebraucht werden alle Berufsgruppen, wie die Heimhilfe, Pflegeassistenz, Fachsozialbetreuung Altenarbeit, Pflegefachassistenz und diplomierte Pflegekräfte, informiert Gottfried Reiter, Leiter der SHV-Geschäftsstelle Rohrbach. Ausbildungen starten unter anderem im Herbst an der Krankenpflegeschule, bei Bedarf bietet auch der SHV wieder einen Heimhelferinnen-Kurs an. Für die finanzielle Absicherung während dieser Ausbildungszeit ist man um individuelle Lösungen bemüht. Auch das Fachkräftestipendium ist möglich.

Mehr Informationen gibt es beim Sozialhilfeverband Rohrbach, Tel. 07289/8851-0, www.shvro.at

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