Eine Woche autark leben können, ist das Ziel
BEZIRK ROHRBACH. Sturm Sabine hat gezeigt, wie schnell der Strom ausfallen kann und wie sehr das alltägliche Leben davon beeinträchtigt ist – auch wenn es in diesem Fall meist nur ein paar Stunden waren. Umso wichtiger ist es, vorzusorgen und auch für einen Blackout gerüstet zu sein.

Als Blackout wird ein länger dauernder, großflächiger Stromausfall bezeichnet, der mehrere Staaten gleichzeitig betreffen kann. „Einige Fachleute meinen, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre mit einem Blackout zu rechnen ist, weil das Leitungsnetz sehr stark belastet und eigentlich am oberen Ende seiner Leistungsfähigkeit ist. Es ist aber sehr schwer, seriöse Aussagen zu treffen. Aber auf jeden Fall sollte man vorbereitet sein, denn wir sind schon einige Male knapp daran vorbeigeschrammt“, macht OÖ Zivilschutz-Bezirksleiter Valentin Pühringer deutlich.
Selbstschutz ist der beste Schutz
Es muss auch kein Blackout sein, wie „Sabine“ gezeigt hat: Sturm, Schnee, Hochwasser, schwere Unwetter oder auch Strahlennotfälle können das Verlassen des Hauses unmöglich machen. „Selbstschutz ist der beste Schutz“, betont Pühringer: „Man sollte sich immer selbst helfen können, bevor man jemanden anderen braucht, denn Hilfe von außen durch Einsatzkräfte ist in Katastrophenfällen nur eingeschränkt und mit zeitlicher Verzögerung möglich.“
Wie schafft man nun einen krisenfesten Haushalt? Der Zivilschutz-Bezirksleiter nennt hier nicht nur Lebensmittelvorräte für mindestens eine Woche, Trinkwasser, Nahrung für Haustiere, Hygieneartikel oder eine aufgefüllte Hausapotheke, sondern auch stromunabhängige Lampen und Radio (dieses wird die einzige Informationsquelle sein) oder eine Notkochstelle, „damit man sich wenigstens eine Suppe machen kann.“ Gut eignet sich dafür Campingausrüstung. Weil beim Stromausfall auch die Heizung ausfällt, sollte man an Decken denken und den Holzvorrat auffüllen, sofern ein Holzofen zur Verfügung steht. „Ziel wäre, dass jeder eine Woche autark leben kann“, fasst Pühringer zusammen.
Nichts geht mehr
Weil das Leben auf ausreichender Stromversorgung basiert, wird der Alltag bei einem Stromausfall zur Herausforderung. „Man muss damit rechnen, dass keine Geschäfte mehr offen haben, kein Bankomat mehr funktioniert, Tankstellen ausfallen und das Handy wird nur noch zu Beginn funktionieren“, sagt Valentin Pühringer. Deshalb sei auch ein Notfallplan innerhalb der Familie wichtig: „Man sollte mit allen besprechen, wie sie am sichersten nach Hause kommen oder im Falle dort bleiben, wo es sicher ist. Auch alleinstehende Nachbarn sollten nicht vergessen werden.“ Er rät zudem zu einer Notfalltasche, in die auch Kopien der wichtigsten Dokumente gehören.
Damit sich das Stromnetz nach einem Totalausfall sukzessive wieder aufbauen kann, sollte jeder den eigenen Stromverbrauch reduzieren: „Wenn der Strom wieder fließt, springt alles an und das belastet das Netz zusätzlich. Deshalb Geräte ausschalten, die nicht unbedingt nötig sind“, macht Pühringer aufmerksam.
Gut informiert
Er weiß, dass auf allen Ebenen umfangreiche Planungen für einen etwaigen Blackout laufen und Notfallpläne erstellt werden. Der Zivilschutz sorgt zudem dafür, dass jeder Einzelne gut informiert ist. Die jüngste Veranstaltung am Montag Abend in der Bezirkshauptmannschaft Rohrbach war mit rund 80 Besuchern sehr gut frequentiert. Verstärkte Zusammenarbeit ist mit den einzelnen Gemeinden geplant, wobei hier auch Sammelbestellungen angedacht sind.
Beim OÖ Zivilschutz gibt es umfangreiches Informationsmaterial mit Checklisten für die richtige Vorsorge. Über den Onlineshop www.zivilschutz-shop.at bzw. den örtlichen Zivilschutzbeauftragten können auch viele praktische Sicherheitsprodukte bestellt werden.


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