Wirte ziehen zwei Wochen nach Aufsperren Bilanz

Hits: 749
Sevim Demir Sevim Demir, Tips Redaktion, 02.06.2020 11:45 Uhr

BEZIRK ROHRBACH. Auch zwei Wochen nach dem Aufsperren der Gasthäuser, ist es für viele Wirte noch eine angespannte Situation. Der Ausfall von Festen und Feiern ist deutlich spürbar. Günther Wolfmayr (Vonwiller Haslach), Michael Bertlwieser (b34 Rohrbach-Berg) und Heike Krauk (Sonnenhof Ulrichsberg) haben mit uns über ihre Gedanken und Sorgen zur aktuellen Situation gesprochen.

„Der A la Carte-Betrieb ist nach dem Aufsperren gut angelaufen. Aber leider macht das bei uns nur 30 bis 40 Prozent vom Umsatz aus. Der Rest sind Familienfeste, Feiern, Reisebusse, und das fällt zurzeit alles weg“, berichtet Günther Wolfmayr von der Vonwiller Haslach. Er möchte an die Leute appellieren, dass sie sich zum Wirt gehen trauen. „Leider geht der Irrgedanke umher, die Wirtshäuser seien jetzt nach dem Aufsperren ohnehin voll. Das stimmt aber nicht. Traut“s euch und geht„s auch spontan zu den Wirten“, wünscht sich Günther Wolfmayr, der auch Obmann der Gastroszene Donau Böhmerwald ist.

Lockerheit fehlt

Holprig war der Start auch im b34 in Rohrbach-Berg. Michael Bertlwieser glaubt, dass die Menschen aktuell noch kein gutes Gefühl haben, wenn sie zum Wirt gehen. „Vielleicht die Angst vor Ansteckung oder die Ungewissheit wegen der Masken. Bisher ist die Situation noch recht verhalten“, schildert Michael Bertlwieser. Besonders das Abendgeschäft läuft noch nicht so, wie es sein soll. „Man merkt, dass die Leute nicht mehr so locker fortgehen wie vor Corona.“ Im b34 plant man jetzt einige Veranstaltungen, um den Menschen wieder einen Anreiz zum Fortgehen zu geben. Was Michael Bertlwieser aktuell sehr freut, ist, dass die Stammgäste das Lokal wieder besuchen, „mit dem haben wir nicht gerechnet“. Trotz der ganzen Umstände, blickt man optimistisch in die Zukunft.

Ungewissheit wegen Grenzen

Dankbar den Stammgästen gegenüber ist man auch im Gasthaus Sonnenhof in Ulrichsberg. „Der Stammtisch hat uns nicht hängen lassen – ob direkt ins Gasthaus kommen, oder das Essen abholen. Darauf konnten wir uns verlassen, und ohne sie würde es sehr schlecht aussehen für uns“, berichtet Heike Krauk. Im Sonnenhof Ulrichsberg sind das Hauptproblem derzeit die noch teilweise geschlossenen Grenzen. „Uns gehen die Nächtigungen der Wanderer aus Deutschland und Tschechien ab. Aber auch die Österreicher sind unsicher wegen dem Wandern an der Grenze. Wir hoffen, dass sich bald alles wieder normalisiert und auch die Unsicherheit bald kein Thema mehr ist“, sagt Krauk.

„Tourismus lebt auch von den Nachbarländern“

„Die rasche Abwicklung der nötigen Hilfsgelder aus dem Wirtepaket der Regierung ist gerade jetzt nötig. Die finanziell so wichtigen Feste wie Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern sind komplett weggebrochen. Viele Gäste sind noch zurückhaltend, Masken und die reduzierten Öffnungszeiten machen das emotionale Erlebnis eines Wirtshausbesuches nicht einfacher. Aber wir sind erleichtert, dass im Sommer Hochzeiten stattfinden dürfen, der Großteil der Festlichkeiten in das Wirtshaus zurückkehrt“, fasst Wirtesprecher Thomas Mayr-Stockinger die Situation zusammen. Beim Thema Hotelbetrieb wird der Wirtesprecher deutlich: „Hier müssen die Grenzen natürlich aufgehen, die Hotellerie, der Tourismus, lebt auch von den Nachbarländern.“

Weitere Lockerungen

Bei Redaktionsschluss gab es bezüglich der Vorschriften in der Gastronomie weitere Lockerungen: Ab 15. Juni wird die Sperrstunde von 23 Uhr auf 1 Uhr verlängert. Außerdem fällt die Vier-Personen-Regel pro Tisch in den Gasthäusern. Für die Wirte ein weiterer wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um schön langsam das gewohnte Gesellschaftsleben zurück zu erlangen.

Artikel weiterempfehlen:

Kommentar verfassen



Veränderungen im KJ-Regionsteam

AIGEN-SCHLÄGL. Berufliche bzw. private Veränderungen machen einen Wechsel an der Spitze der KJ-Region Oberes Mühlviertel notwendig.

Frauenbündnis fordert gerechte Pensionen

BEZIRK. Auf die Pensionsschieflage machten der Treffpunkt mensch&arbeit, die SPÖ Frauen und engagierte Frauen aus dem Bezirk gemeinsam aufmerksam.

Tödlicher Traktorunfall in Peilstein erschüttert Gemeinde

PEILSTEIN. Bei einem tragischen Unfall am Samstagnachmittag kam eine 50-jährige Frau aus Peilstein ums Leben.

Gymnasium ist Spitzenreiter beim Europäischen Computerführerschein

ROHRBACH-BERG. Von hoher Stelle der digitalen Bildung, nämlich der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG), wurde das Rohrbacher Gymnasium ausgezeichnet. Denn an keiner Schule in Oberösterreich ...

Radfahrer gestürzt - schwer verletzt

ST. MARTIN. Eine Radtour endete für einen 56-jährigen Welser am Sonntag im Krankenhaus.

Schauspiel für Sterngucker

ST. PETER. Wer dieser Tage zeitig in der Früh einen Blick in den Himmel wirft, bekommt einen Kometen mit gewaltiger Leuchtkraft zu sehen.

Hilfe für Straßenkinder wird mehr denn je gebraucht

HASLACH. Der Haslacher Verein MaPaKi unterstützt seit vielen Jahren das Straßenkinderprojekt Maya Paya Kimsa in Bolivien.

Lebensgefährtin mit Traktor überfahren

PEILSTEIN. Bei einem Unfall auf einem Bauernhof kam am Samstagnachmittag eine 50-jährige Frau eines Landwirts ums Leben.