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Burgen, Schlösser und Ruinen gehören untrennbar zur Mühlviertler Landschaft. Sie liegen teils malerisch auf Anhöhen, teils spektakulär über Flusstälern. Oft ist es die Verbindung von Kultur, Geschichte und Landschaft die den Reiz ausmacht.
 

Die Ruine Prandegg ist eine der eindrucksvollsten Mühlviertler Ruinen. Foto: Springer
  1 / 2   Die Ruine Prandegg ist eine der eindrucksvollsten Mühlviertler Ruinen. Foto: Springer

Als besonders romantisch gelten Ruinen, denn hier ist die Phantasie noch viel mehr angeregt als bei vollständig erhaltenen Bauwerken.  Insbesondere sind es hier aber auch die verschiedenen Stadien des Verfalls sowie die Rückeroberung der Natur die faszinieren: Die sprichwörtlichen „Mauerblümchen“ sind hier ebenso zu finden wie dicht überwucherte Mauerreste und bizarre Baumgestalten auf Mauerkronen und Türmen, die aber leider auch an selbigen nagen. Die Mauern und Steinhaufen mit ihren vielen Spalten und Ritzen sowie sonnigen und schattigen Plätzchen bieten hier auch die unterschiedlichsten Pflanzenstandorte. Damit kommt hier oft vielfältigeres Leben vor, als in vielen Wiesen, samt den Insekten die zu Besuch kommen. Aber auch Wirbeltiere finden den perfekten Lebensraum:  Zauneidechse und Äskulap-  oder Schlingnatter nutzen die idealen Versteck-, Sonn- und Jagdplätze. In Italien heißt übrigens eine Eidechsenart gleich nach ihrem bevorzugten Lebensraum, die „Ruineneidechse“.

Ideal für Vögel und Fledermäuse

Ebenso nutzen Vögel die vielen Nischen als Nistplätze. So der Turmfalke, aber auch Eulen und zahlreiche Singvögel. Wo noch überwölbte (Keller-)räume vorhanden sind finden auch Fledermäuse einen idealen Unterschlupf. Für diese Bewohner müssen es übrigens nicht immer Burg-Ruinen sein: Auch verlassene (Bauern-)häuser die nicht gleich abgerissen werden, bieten neben einer oft auch „urigen“ Kulisse einen wertvollen Fledermausunterschlupf. Und so manch Siebenschläfer wird sich vielleicht auch einfinden.

Der Besuch von Ruinen ist so ein beinahe umfassendes Erlebnis: Natur und Kultur in nahezu idealer Kombination. Da die Wurzeln der Bäume und Sträucher ebenso wie Wind und Wetter allerdings an den Bauwerken nagen, ist die Kulisse ständig vom Schwund bedroht: Einerseits wenn beim Besuch mancher überrestaurierter Bauwerke die allzu „perfekte“ Betonkulisse den Anblick trübt, andererseits wenn die Bauwerke langsam durch stetigen Verfall völlig aus der Landschaft  und Geschichte, aber auch als Naturlebensraum verschwinden. Es ist hier sicher schwierig eine richtige Balance zu finden.

Verfasser:

Josef Springer

www.boehmerwaldnatur.at


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