Auch übers Sterben muss man reden
ROHRBACH-BERG. Über die Endlichkeit des Seins zu reden: Zu diesem Zweck trafen sich vor wenigen Tagen viele Interessierte, die mit Palliativmedizin zu tun haben. Bei breit gefächerten Vorträgen wurden einige wichtige Themen angesprochen.

Auf Einladung des Rohrbacher Landeskrankenhauses informierten sich beim Palliativtag Vertreter aus Sozial- und Gesundheitsberufen, Krankenanstalten, Hauskrankenpflegediensten, Mobilen Diensten, Palliativeinrichtungen und Ärzte über die Betreuung von Patienten in der letzten Lebensphase. „Es war wieder eine sehr gute Veranstaltung mit spannenden Vorträgen von hochrangigen Referenten und breit gefächerten Themen“, zieht Bezirksärztevertreter Erwin Rebhandl positive Bilanz. Über medizinische Maßnahmen, wie Schmerzbestrahlung, Stents oder Zöliakus-Blockade, wurde ebenso gesprochen, wie über Ethik oder Humor in der Palliativen Betreuung; außerdem gab es Impulse für den Umgang mit Kindern.
Als Schwerpunktthema hat sich die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gesundheitsberufen herauskristallisiert. „Der Patient braucht ein klar auf ihn zugeschnittenes Konzept, bei dem Palliativteam, Hauskrankenschwester und Hausarzt zusammenarbeiten. Gerade der Hausarzt muss entsprechend informiert und geschult sein“, betont Rebhandl. Der Allgemeinmediziner aus Haslach bedauert deshalb, das sich kaum einer seiner Hausarzt-Kollegen Zeit für die Veranstaltung genommen hat. Zumal der Pallliativtag nur alle zwei Jahre stattfindet.
Ehrlichkeit ist notwendig
Am Podium sprach ein Pionier der Palliativarbeit, Allgemeinmediziner Wolfgang Wiesmayr aus Vöcklabruck, über die palliative Zusammenarbeit. Er fordert vor allem von den Spitalsärzten mehr Ehrlichkeit ein: „Wenn die Leute nach Hause kommen und ihnen suggeriert wird, dass eine Heilung möglich ist, ist es für uns Hausärzte schwer, sie mit guter Palliativ Care zu konfrontieren. Wir müssen aber der Realität ins Auge schauen.“ Positiv sieht er die mobilen Palliativteams, die es bis 2020 flächendeckend in Oberösterreich geben soll. Im Bezirk Rohrbach ist bereits ein Team aktiv. „Das ist eine segensreiche Erweiterung der Möglichkeiten, um Menschen zu Hause in der letzten Lebensphase zu betreuen.“


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