Wer Unterstützung am Arbeitsmarkt sucht, findet diese auch
BEZIRK ROHRBACH. An die 200 Jugendliche bis 24 Jahre sind aktuell als arbeitssuchend vorgemerkt, 90 weitere sind in Schulungsmaßnahmen. Das sind weniger als im Vorjahr, betont AMS-Leiterin Michaela Billinger – und das hat auch seinen Grund: Denn im Bezirk Rohrbach kümmert man sich intensiv um die jungen Leute. „Es gibt ganz viele Hilfestellungen und ein großes Angebot – die Jugendlichen müssen es nur nützen.“

Während die Arbeiterkammer Alarm schlägt und eine Studie des Instituts für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung zitiert, nach der im Bezirk Rohrbach fast 400 Jugendliche keine Ausbildung, keinen Job und damit düstere Zukunftsaussichten haben, kann Michaela Billinger diese Zahlen nicht bestätigen. „Bei diesen Jugendlichen kann es sich nur um NEETs handeln – jene, die nicht zur Schule gehen, nicht arbeitslos gemeldet sind und auch nicht in Schulungen sind. Sie sind zwar nicht erfasst, aber 400 kann ich wirklich nicht bestätigen. Laut Einschätzung der Sozialarbeiter und Jobcoaches werden es etwa 100 sein“, sagt die Leiterin des Rohrbacher Arbeitsmarktservice.
Problem sei, dass diese NEETs (not in education, employment or training) nicht greifbar sind. „Da müssen wir uns etwas überlegen, wie wir diese jungen Leute erreichen. Aber ihnen muss auch klar sein, dass sie keine Unterstützung bekommen, wenn sie sich nicht melden oder vormerken lassen“, appelliert sie an Jugendliche und deren Eltern, sich zu melden. „Jeder, der ratlos ist oder nicht weiß, wie es weitergehen soll, kann sich jederzeit an uns wenden. Es gibt ganz viele Hilfestellungen durch Berater und Coaches und ein großes Ausbildungsangebot“, betont Billinger.
In allen Schulen vertreten
Dieses Angebot beginnt schon in den Schulen: Alle Schüler aus dem Bezirk lernen bei der Berufsinformation das AMS kennen, außerdem sind Jugend- und Jobcoaches flächendeckend in allen Schulen (auch in den Höheren Schulen) vertreten. „Diese schauen auch genau darauf, wer gefährdet sein könnte“, weiß Michaela Billinger. Gemeinsam wird dann versucht, Jugendliche in Ausbildung zu bringen – sei es durch eine Lehre, durch Berufsorientierung oder durch die Job-Werkstatt.
Damit wirklich niemand durchs Netz fällt und für Jugendliche das richtige Angebot zum richtigen Zeitpunkt bereit steht, ist das Arbeitsmarktservice mit allen Partnern vernetzt. Durch dieses seit etwa einem Jahr aktive Jugendnetzwerk Rohrbach werden auch Doppelgleisigkeiten vermieden.
Am AMS Rohrbach stehen im Berufsinformationszentrum für 15- bis 24-Jährige Verena Wöss und Gilbert Grill den Jugendlichen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Zur Terminvereinbarung sind sie unter Tel. 07289/6212 erreichbar.


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