Gemeinden öffnen mit befristetem Dienstverhältnis die Tür zurück zum Arbeitsmarkt
BEZIRK ROHRBACH. Mit dem Ziel, arbeitssuchenden Frauen und Männer die Rückkehr ins Erwerbsleben zu erleichtern, wurde im April das Projekt „Jobchance Gemeinde“ gestartet. Seither konnten bereits neun Personen für ein befristetes Dienstverhältnis an Gemeinden vermittelt werden.

Pfarrkirchen war die erste Gemeinde, die einer Frau eine solche Jobchance gegeben hat - und es war ein Glücksgriff, wie Bürgermeister Hermann Gierlinger bestätigt. „Wir haben kurzfristig eine Reinigungskraft für den Kindergarten gebraucht und diese Lösung hat optimal gepasst.“ Für drei Monate übernimmt nun die aus dem Irak stammende Frau, die seit neun Jahren in Pfarrkirchen lebt, diese Aufgabe und sammelt somit Erfahrungen und Referenzen für spätere Bewerbungen. „Es ist ein reales, praktisches Arbeitstraining, das den Menschen wirklich was bringt“, ist Jutta Müller, Leiterin des Frauennetzwerks Rohrbach, überzeugt.
Vor- und Nachbetreuung in der Gruppe
Sie betreut die mittlerweile 60 Personen umfassende Gruppe, lotet die Perspektiven der einzelnen Arbeitssuchenden aus und sucht gemeinsam mit dem AMS Rohrbach passende Dienststellen. Zielgruppe sind ältere Menschen, gesundheitlich eingeschränkte Personen oder Langzeitarbeitslose ebenso, wie Frauen mit Betreuungspflichten oder Wiedereinsteigerinnen, die allesamt bei der Rückkehr in den Arbeitsmarkt unterstützt werden. „Kopf hängen lassen, gibt es nicht. Und es ist eine gute Dynamik drinnen in der Gruppe, sie unterstützen sich auch gegenseitig“, berichtet Müller.
Zwölf Gemeinden sind bisher beteiligt
In sechs Gemeinden ist bereits eine Arbeitsaufnahme gelungen, sechs weitere stecken in der Warteschleife. Nach Oberkappel konnten gleich drei Personen vermittelt werden. „Sie sind im Freibad beschäftigt – zwei Frauen im Buffet und ein Mann als Badewärter. Gerade Saisonarbeitskräfte sind immer schwierig zu finden“, freut sich Bürgermeister Karl Kapfer über die ideale Lösung. St. Ulrichs Ortschef Alfred Allerstorfer hat jemanden für die Hopfenarbeit in seinem Betrieb aufgenommen, in Haslach sind dank der Jobchance Gemeinde zwei neue Reinigungsdamen im Einsatz, die laut Vizebürgermeisterin und Schuldirektorin Elisabeth Reich auch bleiben können, in Peilstein hilft eine Frau als Schulköchin aus und in Rohrbach-Berg sowie Klaffer werden die Bauhofmitarbeiter unterstützt. „Wir Gemeinden sollten Vorbild sein, auch gegenüber Betrieben. Und Arbeit gibt es genug“, sagt der Klaffegger Bürgermeister Franz Wagner.
Viele Einsatzmöglichkeiten
Alle Aktivitäten, die von Gemeinden vergeben werden können, können über diese zusätzliche Personalressource abgedeckt werden. Vom Grünschnitt und Pflege der Außenanlagen in Gemeinden bis hin zur Hilfe bei Übersiedlungen oder der Arbeit im Freibad oder Schulen.
Gewinn für beide Seiten
AMS-Leiterin Michaela Billinger steht voll hinter dem Projekt: „Solche Initiativen sind mir persönlich sehr wichtig, um jene Zielgruppe, die es am Arbeitsmarkt nicht so leicht hat, wieder sinnvoll integrieren zu können. Das ist ein Gewinn für beide Seiten – für die arbeitslosen Menschen und die Gemeinden“, ist sie überzeugt. Dass die Jobchance bereits nach so kurzer Zeit so erfolgreich ist, liegt für sie an der „guten Zusammenarbeit mit den innovativen Gemeinden und dem Einsatz von Projektleiterin Jutta Müller“.
Das Projekt ist vorerst auf ein Jahr befristet, wird aber vermutlich ob des Erfolges fortgesetzt.


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