WK kritisiert Neos-Aktion: Parteipolitik darf nicht wichtiger als Unternehmerinteressen sein
BEZIRK ROHRBACH. Kritik an dem offenen Brief der NEOS an Wirtschaftskammer-Präsidentin Doris Hummer übt die Rohrbacher Wirtschaftskammer. Die Sorgen der Unternehmer würden bewusst für ein politisches Manöver missbraucht, heißt es von der WK-Seite.

30 jugendliche Asylwerber sind aktuell als Lehrling in einem Rohrbacher Betrieb beschäftigt. Nach dem Beschluss der Bundesregierung können diese bei negativem Bescheid abgeschoben werden. Somit könnten die Unternehmer ihre Lehrlinge verlieren. Die NEOS reagieren darauf mit einem offenen Brief an WK-Präsidentin Doris Hummer, in dem sie die „wirtschaftsfeindliche Politik, gerichtet gegen motivierte Lehrlinge“ kritisieren und eine Mitgliederbefragung fordern (Tips berichtete).
Ärger der Unternehmer werde ausgenutzt
Darüber ärgert sich WK-Bezirksobmann Herbert Mairhofer: „Der verständliche Ärger der betroffenen Unternehmen wird von den NEOS und Regionalbetreuer Martin Leibetseder schamlos für politisches Kleingeld missbraucht und WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer persönlich verantwortlich gemacht und die tatsächlichen Fakten dabei bewusst ignoriert.“ Mairhofer weist darauf hin, dass die Wirtschaftskammer immer zu den Anliegen der Unternehmen, natürlich auch im Zusammenhang mit Asylwerbern als Lehrlinge, stehe.
So wurden die rechtlichen Voraussetzungen für die Lehre von Asylwerbern wesentlich mit initiiert und von Anfang an darauf hingewiesen, dass eine Lösung der bekannten Problematik nicht über das Asylrecht, sondern nur über das Fremdenrecht erfolgen kann. Die Absolvierung einer Lehre soll – so der konkrete Vorschlag – einen rechtlichen Aufenthaltstitel begründen. „Wir haben uns auch dafür ausgesprochen, den schon jetzt in einer Lehre befindlichen Asylwerbern zumindest eine Beendigung der Ausbildung zu ermöglichen“, betont Herbert Mairhofer.
Gute Zusammenarbeit
Die Rohrbacher Wirtschaftskammer ist noch einen Schritt weiter gegangen: Seit 2016 wurden in Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft, dem AMS Rohrbach und den Asylbetreuern geeignete Jugendliche an Firmen in der Region vermittelt. Über 40 jugendliche Asylwerber haben seither eine Ausbildung bei Lehrbetrieben im Bezirk beginnen können. An der Polytechnischen Schule Rohrbach konnten Jugendliche zudem Praxis-Einblicke gewinnen, um ihre Lehrberufswahl zu erleichtern.
Unbefriedigende Situation
Die derzeitige Beschlusslage der Bundesregierung sei für die WKO absolut unbefriedigend, ergänzt Mairhofer und „es wird weiterhin eine für die Unternehmen zufriedenstellende Lösung gefordert. Die Sorgen der Unternehmer in Bezug auf Fachkräfte und Lehrlinge nehmen wir im Bezirk seit eh und je ernst und bemühen uns ständig, junge Menschen für die heimischen Betriebe und auch die Lehre zu begeistern“, weist er auf umfangreiche Aktivitäten hin. Er versteht den Unmut und den Hilferuf der betroffenen Firmen sehr wohl, „aber politische Manöver auf dem Rücken der Unternehmer zu veranstalten, halte ich für letztklassig“, ist Mairhofer von dieser politischen Aktion enttäuscht.


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22.10.2018 18:26
WK wieder mal 0 kritikfähig
Diese Reaktion ist ganz natürlich bei einem Verein, der 100% reformresistent und 0% kritikfähig ist. Die Mitgliedsbeiträge werden für irgendwelche Werbespots zum Fenster raus geworfen und die eigentliche Aufgabe (die Vertretung der Interessen der Unternehmer) der Parteilinie der ÖVP geopfert, was man in den Abstimmungen im NR und den parlamentarischen Ausschüssen sieht. Eine derartige Interessensvertretung ist einfach nur enttäuschend.
22.10.2018 18:02
WKO OÖ Parteiakademie
Die WKO in OÖ agiert in vielen Bereichen wie eine Parteiakademie. Eine eigenständige Vertretung der Unternehmerinteressen wurde noch nie als primäre Aufgabe gesehen. Gerade bei Themen wie Lehre für Asylanten, bei welchen die Politik so offensichtlich gegen Interessen der Unternehmer agiert wird die reine Parteipolitik der WKO auch nach außen sichtbar.
22.10.2018 10:24
Typisch WK
Da bekommt die WK gleich Schnappatmung wenn jemand wie der Herr Leibetseder berechtigt Kritik übt. Die Kammer ist nur noch ein verlängerter Arm des ÖVP-Wirtschaftbundes: Eine geschützte Werkstatt für Funktionäre und Günstlinge. Solange das so ist, freue ich mich wenn's politischen Gegenwind gibt.
22.10.2018 09:14
abschiebung statt lehre
als ehemaliger zwangsgefangener dieses vereins weiß ich wie sinnlos die mitgliedschaft ist. speziell bei so einem wichtigen thema wie lehre in mangelberufen statt brutaler abschiebung gibt es von dem antiwirtschaftsverein zuerst nur GROSSES SCHWEIGEN und anschließend beleidigte reaktionen. dabei wäre die beendete lehre für alle beteiligten eine win win situation.
22.10.2018 08:55
Da muss die WK gerade reden
Ist die WK nicht gerade der Inbegriff von Parteipolitik?