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Hubert Lehner zieht zum Pensionsantritt Bilanz: "Die Blütezeit für Trafiken ist lang vorbei"

Martina Gahleitner, 13.11.2018 16:25

ROHRBACH-BERG. Eine Ära ist zu Ende gegangen: Nach 34 Jahren als Trafikant am Rohrbacher Stadtplatz ist Hubert Lehner in Pension gegangen, ein neuer Betreiber hat die Geschäfte aufgenommen. Damit ist die Trafik nach fast 100 Jahren und drei Generationen nicht mehr in der Familie.

  1 / 2   Hubert Lehner an seinem letzten Tag in der Trafik am Rohrbach-Berger Stadtplatz. Seit 1925 wurde diese von seiner Familie betrieben. Foto: Ettmayer

Beim Sortieren von alten Dokumenten fiel Hubert Lehner ein ganz besonderes Schriftstück in die Hände: das Übernahmeprotokoll der Trafik durch seinen Großvater Alois Böck, ausgestellt am 16. Oktober 1925. „Es ist wirklich interessant, wenn man sich damit beschäftigt. Damals hat man zum Beispiel ein Mittellosigkeitszeugnis gebraucht, um eine Trafik übernehmen zu dürfen“, erzählt der Rohrbach-Berger. Er selbst hat das Geschäft 1984 von seiner Mutter übernommen und von der Blütezeit der Trafiken in den 70er und 80er-Jahren bis hin zu den zuletzt immer schwierigeren Zeiten alles miterlebt. Neue Bestimmungen und die ständigen Erhöhungen der Zigarettenpreise haben es ihm nicht leicht gemacht. „Zum Schluss war es schon ein Überlebenskampf.“

Zigaretten wurden stangenweise verkauft

Das liegt vor allem am Rückgang des eigentlichen Hauptgeschäfts. „Früher haben wir Zigaretten stangenweise verkauft – heute sind wir aber mehr ein Lottokollektiv und Zeitschriftengeschäft“, weist der pensionierte Trafikant auf die vielen Neuerungen hin. Während Hubert Lehner etwa beim Lottogeschäft von Anfang an dabei war, gab es aber manche Sachen, die für ihn nie zur Diskussion gestanden sind. „Es kam für mich nie in Frage, auch Kaffee oder kalte Getränke zu verkaufen“, nennt er ein Beispiel. „Wir haben die Bäckerei und ein Cafe gleich daneben, da wollte ich nicht auch noch damit anfangen.“ Ohnehin seien solche Nebenartikel, die streng durch die Monopolverwaltung festgelegt sind, nur „ein Zubrot – überleben kann man davon nicht.“

Trafik Lehner wurde zu Trafik Leutgöb

Deshalb war es für Lehner auch kein Problem, dass sein Sohn nie Interesse an der Trafik gezeigt hat. Das Geschäft am Rohrbach-Berger Stadtplatz hat Franz Leutgöb mit seiner Tochter übernommen und neu gestaltet. Maria Elizabeth Lehner und eine Angestellte sind weiterhin bei den neuen Betreibern beschäftigt.


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