Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BEZIRK ROHRBACH/LINZ. Eine Analyse, inwieweit die Mühlkreisbahn im nördlichen Abschnitt zweckmäßig und wirtschaftlich geführt werden könne, empfahl der Landesrechnungshof 2018 dem Land OÖ. Das wäre die Basis für das ÖV-Gesamtverkehrssystem in diesem Bereich. Eine Folgeprüfung zeigt nun, dass erste Schritte gesetzt wurden.

Ein dichter S-Bahn-Takt von Linz bis Rottenegg, attraktive Taktzeiten von Rottenegg bis Kleinzell während der Hauptverkehrszeiten und ein nachfrageorientiertes Angebot bis Aigen-Schlägl: Die Mühlkreisbahn soll abschnittsweise gestaltet werden. Foto: Weihbold

„In der erfolgten Beauftragung von Verkehrsanalysen und Fahrgastprognosen sowie in Verhandlungen mit den ÖBB erkennen wir erste Schritte in diese Richtung“, sagt LRH-Direktor Friedrich Pammer. Das Land soll aber den Ansatz weiterverfolgen, die Mühlkreisbahn abschnittsweise zu betrachten und das Verkehrsangebot dementsprechend nachfragegerecht zu gestalten. Dabei sollte im Auge behalten werden, welche Konsequenzen sich daraus für das Gesamtprojekt möglicherweise ergeben, heißt es vom Landesrechnungshof.

Verschiedene Abschnitte – verschiedene Angebote

Einen wirtschaftlichen Betrieb im nördlichen Abschnitt will das Land OÖ durch differenzierte Bedienniveaus erreichen, informiert Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ): Im Abschnitt Linz bis Rottenegg soll ein dichter S-Bahn-Takt erfolgen. Im Abschnitt Rottenegg bis Kleinzell sollen die Park-and-Ride-Anlagen ausgebaut und der Arbeits- und Ausbildungsverkehr in den Hauptverkehrszeiten attraktiviert werden. Aktuell wird mit der ÖBB-Infrastruktur AG über eine Elektrifizierung von Linz bis Kleinzell verhandelt. Von Kleinzell bis Aigen-Schlägl soll das Verkehrsangebot nachfrageorientiert gestaltet werden.

Steinkellner weist auf die Streckensanierungen an der Mühlkreisbahn sowie Fahrplanverbesserungen hin und ergänzt: „Auch für die Zukunft gilt es, auf verschiedenen Ebenen weiterhin konsequent zu arbeiten. Gemeinsam mit der lokalen Arbeitsgruppe Pro Mühlkreisbahn werden mögliche Auflassungen von Eisenbahnkreuzungen evaluiert. Im Zusammenhang mit der Trassenführung wird gemeinsam mit der Landeshauptstadt die Anzahl der Haltestellen und die zweckmäßige Ausgestaltung der Umsteigeknoten zu anderen öffentlichen Verkehrsmitteln überprüft. Weiteres werden auch rasch Gespräche mit Neo-Verkehrsminister Andreas Reichhardt geführt werden um die gemeinsamen Agenden mit dem Bund weiterzuführen.“

Stillstand bei der Durchbindung

Hinsichtlich der Trassenführung für eine Durchbindung an den Hauptbahnhof rät der Rechnungshof, die „Aktivitäten zeitnah zu verstärken.“ Pammer: „Wir sehen zwar, dass die konzeptiven sowie wirtschaftlichen Überlegungen an Bedeutung gewonnen haben, aber es gab seit Anfang April 2018 weder eine Sitzung der Arbeitsgruppe noch der Steuerungsgruppe.“

Diese Flaute in Sachen Öffi-Ausbau kritisieren die Grünen: „Bei der neuen Mühlkreisbahn scheint der Stillstand zu regieren. Alleine das Faktum, dass seit über einem Jahr weder Arbeits- noch Steuerungsgruppen getagt haben, zeigt, dass der verantwortlichen Politik die Dramatik der Lage noch immer nicht bewusst ist. Sowohl beim Stau als auch bei der drohenden Klimakatastrophe: Es wird Zeit, endlich die Augen zu öffnen und anzupacken“, fordert der Grüne Verkehrssprecher LAbg. Severin Mayr als Reaktion auf den LRH-Bericht mehr Tempo bei der Attraktivierung der Bahn.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden