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Feuerwehr Rohrbach im Mühlkreis nimmt ihr neues Löschfahrzeug in Empfang

Nora Heindl, 09.11.2017 14:41

ROHRBACH. Die Feuerwehr Rohrbach durfte ihr neues Kleinlöschfahrzeug mit Allradantrieb-Logistik, kurz KLFA-L, in Empfang nehmen. Es ersetzt das alte Löschfahrzeug, welches nun nach 35 Jahren Einsatzzeit außer Dienst gestellt werden konnte.

Die Feuerwehrler mit dem neuen und dem alten Kleinlöschfahrzeug. Foto: Feuerwehr Rohrbach
  1 / 2   Die Feuerwehrler mit dem neuen und dem alten Kleinlöschfahrzeug. Foto: Feuerwehr Rohrbach

„Es ist sicher ein historischer Moment“, begann Kommandant Martin Wakolbinger seine kurze Rede vor versammelter Mannschaft und vor dem Bürgermeister außer Dienst Josef Hauer und Bürgermeister Andreas Lindorfer. Immerhin hieß es auch, Abschied zu nehmen vom alten Löschfahrzeug, welches 35 Jahre brav seine Dienste verrichtete - viele Einsatzfahrten zu Bränden und zu Unfällen sind den Kameraden in Erinnerungen. Das LF-B hatte eine etwas „scharfe Bremse“, das merkte die Mannschaft spätestens bei der ersten Kreuzung. Bis zum Jahr 1998 war es das wichtigste Fahrzeug für Menschenrettung nach Verkehrsunfällen, denn das hydraulische Rettungsgerät war bis dahin in diesem Fahrzeug verladen. Die Erlöse des 1. Rohrbacher Landesbewerbes steckten im Löschfahrzeug.

150.000 Euro-Investition

Im Mai 2014 erfolgte der erste Kommandobeschluss zur Ersatzbeschaffung, im September 2016 konnte das Projekt ausgeschrieben werden. Die Firma Oberaigner Power Train aus Nebelberg erhielt den Zuschlag für das Fahrgestell, die Firma Gimaex aus der Steiermark den Auftrag für den Feuerwehraufbau und die Herstellung von fünf Rollcontainern. Die Finanzierung erfolgte durch das Landesfeuerwehrkommando, das Land Oberösterreich und die Stadtgemeinde Rohrbach-Berg. Ergänzende sinnvolle Zusatzausrüstung (über die Normbeladung hinaus) konnte durch Firmenspenden und die Kameradschaftskasse der Feuerwehr finanziert werden. Immerhin mussten Kosten in der Höhe von ca. 150.000 Euro gestemmt werden; 123.000 Euro kommen aus öffentlichen Geldern, 30.000 Euro aus Sponsoring und Eigenmittel der Feuerwehr.

Wakolbinger bedankte sich speziell bei den beiden Bürgermeistern Hauer und Lindorfer sowie Amtsleiter Ranninger, die viel zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben. „Der Gemeinderat musste sogar zweimal den Ankauf beschließen“, erinnerte sich Lindorfer zurück, „die Anschaffung war nicht ganz problemlos, aber letztendlich sehr erfolgreich.“ Rund um Martin Wakolbinger hatte sich eine feuerwehrinterne Arbeitsgruppe „Ersatzbeschaffung LF“ gebildet, deren Mitglieder von Anbeginn an sehr viel Zeit und Hirnschmalz in das Projekt investierten. „Ein einzelner würde bei so einem umfangreichen Projekt wahrscheinlich verzweifeln“, sagte Wakolbinger und bedankte sich für die vielen geleisteten ehrenamtlichen Stunden.

Flexible Einsatz- und Belademöglichkeiten

Das Fahrzeug zeichnet sich vor allem durch die flexiblen Einsatz- und Belademöglichkeiten aus. Standardmäßig ist ein Rollcontainer mit Pumpe und Saugschläuchen aber auch ein Container mit extra viel Schlauchmaterial verladen. Die Verwendung geht aber über ein herkömmliches Kleinlöschfahrzeug weit hinaus. So können in kurzer Zeit Rollcontainer für die Katastrophenhilfe verladen werden, etwa nach Überschwemmungen mit Tauchpumpen ausgestattet, oder viele andere Einsatzmittel. Ölsperren, Sandsäcke, Verkehrszeichen, Motorsägen - oder auch Transportdienste für Lebensmittel, Feldbetten oder Matratzen sind denkbar - die flexible Verwendungsmöglichkeit als Logistikfahrzeug war bei der Anschaffung ein wichtiger Faktor.

Hoffentlich 35 Jahre ohne Unfälle und grobe technische Probleme standen als Abschlusswunsch auf dem Programm, bevor Bürgermeister aD Hauer und Bürgermeister Lindorfer die Kennzeichen am Fahrzeug montierten, und damit einer ersten Proberunde (=Ausbildungsfahrt im Rahmen der Alarmeinsatzfahrerausbildung) nichts mehr im Wege stand.


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