Der kompetente Dienst im Hintergrund: Rotkreuz-Stabstruktur zahlt sich im Notfall aus
NEUFELDEN/BEZIRK. Bei großen, länger andauernden Einsätzen braucht jeder Einsatzleiter eine kompetente Struktur hinter sich. Diesen Dienst im Hintergrund leistet das Bezirksrettungskommando. Markus Müller-Wipperfürth ist Teil davon und hat im Tips-Gespräch mehr darüber verraten.

Eine zweijährige, sehr umfangreiche Offiziersausbildung ist Voraussetzung für den Dienst im Bezirksrettungskommando. „Man lernt hier soziale Kompetenzen, Führungskompetenzen oder Einsatztaktik, die auch beim täglichen Rettungsbetrieb hilfreich ist“, zählt Müller auf. Allerdings: Im Einsatzfall zählen vor allem Improvisationstalent und Hausverstand. „Einsätze sind sehr dynamisch. Da weiß man vorher nicht, wie alles abläuft und worauf man regieren muss“, berichtet der Neufeldner, der seit seinem Einstieg ins Jugendrotkreuz im Jahr 2003 ehrenamtlich beim Roten Kreuz aktiv ist.
Jeder erfüllt seine Aufgabe
Der Flüchtlingsstrom 2015, als ein Transitlager in Kollerschlag eingerichtet wurde, war eine große Bewährungsprobe für das Bezirksrettungskommando. „Wir werden bei solchen länger andauernden Ereignissen über das Landesrettungskommando alarmiert und richten eine Stabstelle ein.
Jeder hat dabei seine Rolle, seine Aufgabe, um den Einsatzleiter vor Ort optimal vom Hintergrund aus zu unterstützen“, erklärt Markus Müller. Sieben Bereiche deckt der Stab ab, Müller ist im Führungsgrundgebiet 3 für Einsatztaktik verantwortlich.
Wertvolle Struktur
Oft wächst der Stab während des Einsatzes. Wie es etwa beim Hochwasser in Urfahr-Umgebung der Fall war, zu dem die Rohrbacher zur Ablöse gerufen wurden. „Man sitzt in der Stabstelle und bekommt laufend Informationen rein, die man filtern, kontrollieren und darauf reagieren muss – mit einer gewissen Distanz zum Geschehen. Erst als wir später in die Feldküche gekommen sind, haben wir das Ausmaß der Verwüstung gesehen“, erzählt der Rotkreuzler. Er ist von der Notwendigkeit dieser Struktur überzeugt: „Wenn Katastrophen passieren, ist es gut, wenn Leute dafür trainiert sind. Der Stabsbetrieb ist extrem sinnvoll.“ Deshalb gibt es auch regelmäßig Sitzungen und Übungen, auch gemeinsam mit Behörden und anderen Einsatzorganisationen.


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