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ROHRBACH-BERG. Die archäologischen Führungen in der Pfarrkirche Rohrbach kamen bei der Bevölkerung gut an.

  1 / 5   Archäologische Schätze, die bei den Renovierungsarbeiten entdeckt wurden, konnten in der Pfarrkirche besichtigt werden. Foto: Karl Niedersüss

Wie berichtet, wurden bei den Renovierungsarbeiten in der Pfarrkirche Rohrbach nicht bekannte archäologische Schätze ausgegraben. Diese konnten bei Führungen mit dem anerkannten Archäologen Wolfgang Klimesch (ArcheoNOVA) näher entdeckt werden. Und das Interesse war groß, berichtet Pfarrer Alfred Höfler. „Wegen der Corona-Beschränkungen war leider nur eine begrenzte Anzahl von Teilnehmern möglich. Sobald es aber wieder möglich ist, werden sicherlich wieder Führungen und Vorträge rund um die Pfarrkirche und die laufenden Renovierungsarbeiten angeboten“, kündigt er an.

Jahrhunderte alte Fußböden und Grüfte

Zu sehen bekamen die Teilnehmer etwa den Jahrhunderte alten ursprüngliche Fußboden der barocken Kirche. Als einziges dokumentiertes Relikt der gotischen Vorgängerkirche wurden sogenannte Spolien, gemeißelte Granitblöcke, im Mauerwerk entdeckt. Die alte gotische Kirche wurde komplett niedergerissen und die neue barocke Kirche in nur drei Jahren erbaut. Ansonsten ist über die alte ursprünglich gotische Kirche kaum etwas bekannt, außer, dass diese viel zu klein wurde, weshalb Abt Michael Felder den Neubau 1697 veranlasste, wie die Chronik verrät. „Für die Bauforschung interessant ist es, die Bauweise des alten gotischen Turms mit der des bestehenden barocken Kirchenbaus, zu vergleichen“, sagt Archäologe Klimesch. „Während der jetzt noch bestehende gotische Turm der Vorgängerkirche noch ausschließlich aus Granitblöcken gebaut wurde, verwendete man beim neueren Kirchenbau bereits Ziegelbruch als Füllmasse, um Mörtel zu sparen.“

Auch die Gewölbedecken der Grüfte im Kirchenschiff und in der Annakapelle, der Herrschaft Götzendorf und der Grafen von Rödern gab es zu entdecken. Nicht nur aus Gründen der Pietät ist eine Gruftöffnung jedoch nicht vorgesehen: “Man weiß, dass durch den Pilzbefall, besonders an den Zinnsärgen, eine für Menschen giftige Sporenbildung erfolgt ist“, informiert Klimesch.

Viel Unbekanntes bleibt erhalten

Die archäologischen Grabungsarbeiten erfolgen durch die Grabungsfirma ArcheoNOVA in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und der Diözese. Damit bleibt historisches Wissen erhalten und ein Stück Geschichte lebendig. Archäologische Grabungen erfolgen aber nur dort, wo aktuelle Baumaßnahmen notwendig sind. Die Renovierungsmaßnahmen der Pfarrkirche werden deshalb kaum verzögert.

Innenraumsanierung läuft

Die Renovierungsarbeiten laufen bereits seit drei Jahren. Die Turm-, Dachsanierung, Fensterrenovierung, Außentrockenlegung, die gesamten Außenwände, die Gewölbesicherung, das „Gangl“, der behindertengerechte Eingang, die Erneuerung der Turmuhr und vieles mehr konnten abgeschlossen werden. Der aktuelle Abschnitt gilt der Renovierung des Innenraums - konkret der Raumschale, Innenwandtrocknung, Fresken, Bänke, Altarraum und der Technik. Altäre und auch die Statuen sind im nächsten Abschnitt ab dem nächstem Jahr an der Reihe.

Wertvolle Hilfe

„Ohne Freiwillige und die Unterstützung der Vereine, ginge gar nichts!“, stellt Pfarrer Alfred Höfler fest. Mit zirka 7.000 freiwilligen Helferstunden konnte nicht nur viel gespart werden, dies sei auch ein Zeichen der Verbundenheit mit der Pfarre. Die Helfer sind aber nicht nur Hilfskräfte: Alois Lindorfer bringt etwa als ehrenamtlicher Bauleiter jahrelange Praxis-Erfahrung ein und ist Bauprofi für die Bauabteilung der Diözese und das Bundesdenkmalamt.

Bausteine kaufen

Zur Finanzierung des Vorhabens sind die vielen kleinen Spender das Rückgrat. Diese Spendenbeteiligung der Bevölkerung ist auch wichtig, um Förderungen durch das Bundeskanzleramt, das Land OÖ, die Stadt Rohrbach-Berg und das Stift Schlägl zu erhalten. Der Planungsansatz war jeweils ein Drittel durch öffentliche Hand (Bund, Land und Gemeinde), Diözese, Stift und Pfarre sowie durch Spenden durch die Bevölkerung aufzubringen. Insgesamt benötigen die Pfarre 4,3 Millionen Euro.

Wer sich an der Finanzierung beteiligen will, kann auch Bausteine kaufen: Hans Kreuzmayr und Veronika Mayrhofer haben alte Kirchendachschindeln bemalt und mit Sprüchen beschriftet, die verkauft werden. Außerdem gibt es Patenschaften für die neuen Kirchenbänke, die restaurierten Luster und einzelne Heiligenstatuen.

Die Bausteine können in der Pfarrkanzlei und bei den Mitgliedern des Pfarrgemeinderats besichtigt und gekauft werden. Auch bei der Raiffeisenbank und Sparkasse können Bausteine erworben werden.

Spendenkonto:

Raiffeisenbank: IBAN AT72 3441 0000 0601 3056

Sparkasse: IBAN AT35 2033 4000 0000 5306

Zahlscheine für steuerliche Absetzbarkeit von Spenden für die Renovierung liegen in der Raiffeisenbank, Sparkasse und der Pfarrkanzlei auf.


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