Ein Jahr Corona-Pandemie: Mehr als 300 Covid-Patienten wurden im Klinikum Rohrbach betreut

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Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 05.03.2021 10:36 Uhr

ROHRBACH-BERG. Es war der 8. März 2020, als der erste Covid-Patient in einem oberösterreichischen Krankenhaus, im Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr, aufgenommen wurde. Zwei Wochen später, am 22. März 2020, kam die erste an Corona erkrankte Person auch ins Klinikum Rohrbach. Seither sind die Mitarbeiter mit einer nie dagewesenen Herausforderung konfrontiert.

Mehr als 300 Covid-infizierte Patienten wurden im vergangenen Jahr im Klinikum Rohrbach betreut. Davon brauchten 20 eine intensivmedizinische Betreuung. Analog zu den allgemeinen Infektionszahlen war die herausforderndste Zeit für das Klinikum Rohrbach und seine Mitarbeiter die zweite Welle – hier vor allem die Monate November und Dezember 2020. In der ersten Welle wurden zwischen Mitte März und Ende Juni zwölf infizierte Patienten in Rohrbach stationär aufgenommen. In der zweiten Welle stieg diese Zahl auf das 25-Fache. Am 16. November wurde der Höchststand an zu betreuenden Covid-Patienten erreicht: An diesem Tag waren 71 infizierte Patienten in Rohrbach in Behandlung, davon fünf auf der Intensivstation.

Alle Altersgruppen betroffen

Die Bilanz im Klinikum Rohrbach zeigt, dass das Virus fast alle Altersgruppen betrifft, am stärksten jedoch die Älteren. Im Durchschnitt sind spitalspflichtige Covid-Erkrankte 69 Jahre alt. Und je älter sie sind, desto schwerer ist auch der Verlauf der Krankheit. Die durchschnittliche Behandlungsdauer der mit Corona infizierten PatientInnen auf der Normalstation beträgt rund 8,5 Tage.

Zeit des Zusammenrückens

„Wir erlebten in dieser schweren Zeit einen Ausnahmezustand, in dem alle zusammenrückten und sich gegenseitig unterstützten: Ärzte anderer Fachrichtungen sprangen den Intensivmedizinern bei, Physiotherapeuten übernahmen Pflegeaufgaben, damit Krankenpfleger wiederum das Intensivpersonal unterstützen konnten. Anästhesiepfleger und andere Mitarbeiter, die sonst im OP-Bereich arbeiteten, halfen bei der Bedienung der Beatmungsgeräte mit. Vielerorts entstand durch die gemeinsam zu bewältigenden Herausforderungen ein noch intensiveres Zusammengehörigkeitsgefühl“, beschreibt der Ärztliche Direktor, Oberarzt Wolfgang Tenschert, die damalige Situation.

Trotz der sowohl körperlichen als auch psychischen Ausnahmesituation über einen derart langen Zeitraum hinweg sei es den Mitarbeitern gelungen, die Krise bestmöglich zu bewältigen und das schlimmste Szenario der Triage abzuwenden. „Im Krankenhaus galt der Krisenmodus. Größte Flexibilität bei der Dienstplanung, fast täglich neue Verordnungen, räumliche Umbauten, eingeschränkter Kontakt auch untereinander in Pausen oder beim Schichtwechsel prägten den Arbeitsalltag. Dazu kam, dass unsere Mitarbeiter als einzige Ansprechpartner für die isolierten Patienten viel zusätzliche Motivation und Betreuung gaben. Nach wie vor leisten unsere Mitarbeiter Außergewöhnliches, sie sind bemerkenswert motiviert – selbst während der Phase der höchsten Covid-Patientenzahl, als viele an der Belastungsgrenze gearbeitet haben“, ergänzt Tenschert. Sollten die Zahlen erneut stark steigen, sei m an gerüstet und gut vorbereitet, Betten für die jederzeitige Aufnahme von Covid-19-Patienten stehen bereit.

Seit Jänner wird geimpft

Ein Lichtblick war der Impfstart im Klinikum Rohrbach Mitte Jänner 2021. Seither wurden insgesamt rund 550 Mitarbeiter geimpft. Mehr als 300 Mitarbeiter haben bereits beide Teilimpfungen somit den vollen Impfschutz.

 

Corona-Situation in Zahlen:

Covid-Patienten gesamt (Stand Ende Jänner): 311

Intensivpflichtige Covid-Patienten gesamt: 20

Höchststand Anzahl Covid-Patienten (16.11.2020): 71

Höchststand Anzahl intensivpflichtige Covid-Patienten (16.11.2020): 5

Anzahl Todesfälle (Stand Ende Februar): 45

Alter der Covid-Patienten: 14 bis 97 Jahre

Durchschnittsalter der Covid-Patienten: 69 Jahre

Alter der verstorbenen COVID-Patienten: 57 bis 95 Jahre

Durchschnittsalter der verstorbenen Covid-Patienten: 81,4 Jahre

Durchschnittliche Behandlungsdauer: 8,5 Tage

Durchschnittliche Intensiv-Behandlungsdauer: 10,1 Tage

Längste Behandlungsdauer aufgrund von Covid: 47 Tage

Anzahl geimpfte Mitarbeiter inkl. SchülerInnen im Praktikum: 542

Anzahl Mitarbeiter mit 2. Impfdosis: 317

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