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Wie ein Hofkirchner vor 100 Jahren zum Retter der Hofreitschule wurde

Martina Gahleitner, 23.05.2021 05:39

HOFKIRCHEN/WIEN. Als nach dem Zusammenbruch der Monarchie im Jahr 1918 alle k.u.k.-Institutionen aufgelöst werden sollten, drohte auch das Ende der Spanischen Hofreitschule. Mauritius Herold, einem gebürtigen Hofkirchner, ist es zu verdanken, dass es diese auch heute noch gibt.

  1 / 2   Mauritius Herold organisierte die erste öffentliche Vorführung der Spanischen Hofreitschule und rettete sie damit vor der Schließung. (Foto: Heimatverein Bezirk Rohrbach)

Im aktuellen Büchlein des Heimatvereins des Bezirkes Rohrbach ist auch die Geschichte von Mauritius Herold zu lesen, der als damaliger Hofoberbereiter zum Retter der Spanischen Hofreitschule wurde. Am 9. August 1873 wurde er in Hofkirchen geboren. Früh elternlos geworden, wuchs er bei einer Ziehmutter auf, bis er als Siebenjähriger nach Linz ins Waisenhaus kam. Nach seiner Lehrzeit rückte er 1891 zum Zweiten Artillerie-Regiment nach Wien ein, kam später als Reiter zur Hofreitschule, wo der Mühlviertler schließlich zum Oberbereiter und Leiter der Institution aufrückte.

Öffentlichkeit wurde eingebunden

Es war allerdings keine einfache Zeit und Mauritius Herold musste sich in den Umbruchtagen nach dem Ersten Weltkrieg gegen die Auflösung des historischen Reit­instituts stemmen. Nach zwei öffentlichen Pferdeauktionen war der ehemalige „Hofmarstall“ bereits aufgelöst und auf 20 Hengste reduziert worden. Herold mobilisierte durch verschiedene Vorsprachen, Vorträge und Führungen die Öffentlichkeit zum Erhalt der Hofreitschule, die bisher dem „gemeinen Volke“ verschlossen war. Dabei überwand er gesellschaftliche und auch ideologische Hemmschwellen.

1921 übernahm der Staat

Nach langwierigen Vorbereitungen gab es schließlich am 20. Juni 1920 die erste öffentliche Festvorführung der Spanischen Hofreitschule, die ein grandioser Erfolg war. Der Weiterbestand wurde dann im März 1921 duch Übernahme des Bundes gesichert. Der Retter der Hofreitschule ging Ende 1925 in den Ruhestand und lebte als Reitlehrer in der Schweiz und in Deutschland. Ins Mühlviertel zog es ihn aber immer wieder: So arbeitete er auch mit den Pferden des Rohrbacher Lederfabrikanten Willy Pöschl. Er starb 1962 in Schwertberg.


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