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KLEINZELL/BEZIRK ROHRBACH. Gedanken übers Wohnen im Alter macht man sich in einigen Gemeinden des Bezirkes: Mit einem Leaderprojekt sollen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass ältere Menschen im gewohnten Umfeld bleiben können.

Neue Wohnmodelle bringen rüstige Senioren unter einem Dach zusammen. Sie sollen selbständig wohnen und zugleich Serviceangebote nutzen können. (Foto: Rawpixel.com/Shutterstock.com)

„Wohnformen müssen sich langfristig ändern – zum einen wegen der demographischen Entwicklung, aber auch um Ortskerne zu beleben und weil Baugründe fehlen“, betont Kleinzells Bürgermeister Klaus Falkinger, für den das „betreubare Wohnen“ zu wenig die Betreuungs- und Service-Ansprüche der Bewohner abdeckt. In seiner Gemeinde beschäftigt man sich deshalb schon seit rund drei Jahren im Zuge des Agenda21-Prozesses mit neuen Wohnmodellen. „Die meisten Menschen wollen im gewohnten Umfeld, in der Heimatgemeinde bleiben. Häufig fühlen sie sich aber einsam in den eigenen vier Wänden oder es fehlen barrierefreie Wohnräume.“

In Gemeinschaft leben

In Kleinzell will man ebensolche im ehemaligen Gasthaus Wiederstein schaffen: „Geplant sind rund 15 Wohneinheiten für den persönlichen Rückzug, aber auch eine gemeinsame Küche und Gesellschaftsraum. Eine Alltagsbegleiterin managt das Haus und kümmert sich um organisatorische Angelegenheiten, etwa um pflegerische Leistungen durch mobile Dienste. Um das soziale Umfeld, Betreuungs- und Nachtdienste hingegen werden sich Ehrenamtliche annehmen, die über einen Verein organisiert werden“, beschreibt Falkinger das Konzept. Wichtig ist ihm, dass das Angebot für jeden, auch für Mindestpension-Bezieher, leistbar ist.

Wohnmodell der Zukunft

Der Kleinzeller Bürgermeister ist von diesem zukunftsfähigen Modell überzeugt: „Wir wirken damit der Vereinsamung älterer Menschen entgegen und können zugleich den Ortskern beleben. In jedem Ort braucht es solche Wohnformen.“

Gespräche in Pilotgemeinden starten

Einige seiner Bürgermeister-Kollegen sehen das genauso: In bislang acht Gemeinden der Leaderregion Donau-Böhmerwald denkt man über das „Wohnen mit Service“ nach, wobei Rückmeldungen noch bis Ende Juni möglich sind. „Grundsätzliches Interesse bei den Gemeinden ist auf jeden Fall da“, bestätigt Leader-Geschäftsführerin Barbara Kneidinger, die gemeindeübergreifend informieren und Synergien nutzen will. Als Leaderprojekt sollen ausgehend von der Grundidee gemeindespezifische Wohn- und Betreuungskonzepte entsprechend der Bedarfe erarbeitet werden. „In weiteren Schritten geht es dann um die Suche nach passenden Gebäudeobjekten und deren Adaptierung, um die Finanzierung und die Gründung eines Betreibervereins“, ergänzt Kneidinger. Ein Eintritt in eine derartige Wohnform wird bis Pflegestufe 2 möglich sein, Betreuung bis Pflegestufe 3, maximal 4.


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