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AIGEN-SCHLÄGL. Für längere Zeit war die Bayrische Au nicht begehbar – zu morsch und verwachsen war der Prügelweg, der in das einzigartige Naturreservat an der tschechischen Grenze führt. Jetzt steht die Wiedereröffnung als barrierefreier Lehrpfad kurz bevor.

  1 / 13   Tourismusverband-Geschäftsführer Reinhold List freut sich über das gelungene Ergebnis, der Böhmerwald ist um eine Attraktion reicher. (Foto: Gahleitner)

Zufrieden lehnt Reinhold List, Geschäftsführer des Tourismusverbands Böhmerwald, am Geländer der neuen Plattform und lässt den Blick schweifen – über den Moorwald, in dem unter anderem die geradwüchsige Moor-Spirke zu finden ist, über die Feuchtwiesen mit ihrer einzigartigen Pflanzenwelt und hin zum Moldaustausee nach Tschechien. „Es war kein einfaches Projekt“, muss er rückblickend zugeben. Denn als Naturreservat ist in der Bayrischen Au eigentlich das Betreten gesetzlich verboten. „Es dient rein der Beobachtung, wie sich die Natur entwickelt, wenn der Mensch nicht eingreift. Wir sind deshalb sehr dankbar, dass der Bund unser Vorhaben möglich gemacht hat“, sagt List zum wohl umfangreichsten und ungewöhnlichsten Projekt seiner 32-jährigen Laufbahn beim Tourismusverband.

Arbeiten im Einklang mit der Natur

Dementsprechend behutsam und mit fachlicher Begleitung durch die Naturschutzabteilung des Landes OÖ ist man beim Anlegen des einen Kilometer langen, rutschsicheren Pfads aus Lärchenholz und Akazienstämmen vorgegangen. Über diesen wandert man etwas erhöht über die Moorlandschaft. Von den Mitarbeitern der Firma Resch schwimmend verlegt, schwingt er mit dem Moor mit. An manchen Stellen lässt sich noch der alte Holzweg entdecken. „Das bleibt drinnen, die Natur holt sich alles zurück“, sagt der Touristiker und weist auch gleich auf die dürren Bäume hin. Diese bleiben ebenfalls stehen, bei Sturmgefahr kann deshalb schon mal ein kurzzeitiges Betretungsverbot erfolgen. Knapp vor dem See endet der Lehrpfad dann in die Plattform.

Begehbar ab 4. Juli

Noch sind die Spuren der Arbeiten nicht ganz verschwunden. Aber ab 4. Juli, rechtzeitig vor Ferienbeginn, wird der Lehrpfad dann begehbar sein – obwohl: Diese Bezeichnung verdient er noch nicht so wirklich. „Die Schau- und Lehrtafeln werden erst aufgestellt. Diese beschreiben die Tier- und Pflanzenwelt in dem Hochmoor und erzählen auch mehr über die geschichtliche Entwicklung der Grenzregion.“

Cora, der Hochmoorlaufkäfer, wird die Besucher durch die zwölf Stationen begleiten. Die feierliche Eröffnung ist am 5. September geplant.

Hydrologische Sanierung

Das Interreg-Projekt hat zudem einen zweiten Teil, bei dem es um den Naturschutz geht. Reinhold List verrät: „Wir bemühen uns um eine hydrologische Sanierung, um das gefährdete Moor vor dem Austrocknen zu schützen und somit den Lebensraum zu bewahren.“

Schwemmkanal wurde saniert

Teil des Interreg-Projektes im Böhmerwald war auch die Sanierung des Schwarzenbergischen Schwemmkanals. In Abstimmung mit den Grundbesitzern wurden die Schleusen saniert und neue errichtet, Bäume entlang des Kanals gefällt, das Kanalbett geräumt und freigelegt und Feuchtbiotope angelegt. Dank der vermehrten Wasserführung sind Schauschwemmen auf österreichischer Seite möglich. Für den Erhalt des Kultur- und Naturerbes Schwemmkanal hat sich ein Verein gegründet, der sich über neue Mitglieder freut. Insgesamt wurden im Böhmerwald 650.000 Euro investiert.


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