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Abmeldungen zum häuslichen Unterricht stellen kleine Schulen vor Herausforderung

Martina Gahleitner, 31.08.2021 18:11

BEZIRK ROHRBACH. Rund 700 Abmeldungen zum häuslichen Unterricht werden derzeit bei der Bildungsregion OÖ geprüft. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Schuljahr zuvor. Auch im Mühlviertel werden deutlich mehr Pflichtschüler im Herbst zu Hause unterrichtet, was vor allem in kleinen Schulen spürbar wird.

Wenn in knapp zwei Wochen die Schule wieder beginnt, kehren nicht alle Pflichtschüler zurück in die Klassenräume. Etwa doppelt so viele Kinder wie in den Jahren zuvor werden zu Hause unterrichtet. (Foto: BlurryMe/Shutterstock.com)

Vier Kinder aus drei Familien haben sich in der Volksschule Niederkappel zum häuslichen Unterricht abgemeldet – eine große Herausforderung für die Kleinschule. „Wir sind mit unserer Schülerzahl schon immer an der Grenze gewesen und sind jetzt in regem Austausch mit der Bildungsregion, ob die Ressourcen weniger werden“, berichtet Direktorin Martina Eibl. Damit würde Niederkappel nur mehr zweiklassig geführt werden, die Entscheidung ist noch offen. Eine Abmeldung ist nicht endgültig, „die Kinder können jederzeit an die Schule zurückkehren“, sagt Eibl. Jedoch wird es schwierig, einmal gestrichene Stunden wieder aufzustocken.

Zwei Drittel der Abmeldungen betreffen Volksschulen, ein Drittel die Sekundarstufe 1. In Summe sind es rund 0,6 Prozent aller Pflichtschüler, die im Herbst den Heimunterricht in Anspruch nehmen werden.

„Eine Zahl, die wir ernst nehmen“

Auch wenn die tatsächliche Zahl der Kinder und Jugendlichen im häuslichen Unterricht erst Mitte des Herbstes feststehen wird, ist es „eine Zahl, die wir in der Bildungsregion sehr ernst nehmen“, betont Bildungsdirektor Alfred Klampfer und fügt hinzu: „Man sollte die wichtigen sozialen Kontakte in der Schule mitbedenken. Das gemeinsame Lernen sowie die Erlebnisse mit den Freunden sind ein wichtiger Teil in der Entwicklung der Schüler.“

Begründungen sind weder für eine Abmeldung noch für die Rückkehr an die Schule notwendig; die aktuell hohe Zahl ist aber in erster Linie auf die Corona-Maßnahmen im Schulbereich zurückzuführen.

Auf Schwerpunkte im Schuljahr konzentrieren

Dass Caroline Nösslböck aus Neufelden ihre damals 10- und 8-jährigen Kinder eineinhalb Jahre lang zu Hause unterrichtet hat, bis sich diese wieder für die Rückkehr an die Schule entschieden haben, war nicht Corona geschuldet. Vielmehr waren es der Leistungsdruck und die Angst vor der Schule, die die Kinder regelrecht krank gemacht haben. „Ich würde es auf jeden Fall wieder so machen – es hat die Situation sehr verbessert und eine Leichtigkeit ins Schulleben gebracht“, sagt Nösslböck, die selbst Volksschullehrerin ist. Eltern, die jetzt vor dem häuslichen Unterricht stehen, rät sie, sich über die Schwerpunkte im Schuljahr zu informieren und darauf zu konzentrieren. „Man muss nicht alles 1:1 wie in der Schule machen, denn die Menge zählt nicht. Viel wichtiger ist es, dass die Schüler den Stoff verstehen.“ Vor allem sollen sich Eltern nach ihren Kindern richten. Und entscheidend sei auch der Kontakt mit anderen: „Kinder müssen Freunde treffen, eben in der Freizeit und nicht in der Schule.“ Caroline Nösslböck selbst hat in dieser Zeit viel gelernt, was sie jetzt in ihrer Schulklasse einbaut. „Auf weniger konzentrieren, Druck herausnehmen, auf die Kinder eingehen – das ist das Wichtigste.“

Das Gesetz sieht in Oberösterreich nur eine Unterrichts-, keine Schulpflicht vor. Das bedeutet, dass Pflichtschüler auch zu Hause unterrichtet werden können. Am Ende des Schuljahres ist dann eine Externisten-Prüfung über den Jahresstoff vorgesehen.


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