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KLEINZELL. Die massenhafte Vermehrung von Blaualgen machte im Sommer ein Badeverbot in der Resilacke notwendig. Zur Sanierung des beliebten Naturbadesees setzt die Gemeinde Kleinzell jetzt auf eine neuartige Methode und wissenschaftliche Begleitung.

Die beliebte Resilacke hat wegen ihrer Tiefe mit Blaualgen zu kämpfen. (Foto: Gemeinde Kleinzell)
  1 / 2   Die beliebte Resilacke hat wegen ihrer Tiefe mit Blaualgen zu kämpfen. (Foto: Gemeinde Kleinzell)

Das Problem liegt in der Tiefe des einstigen Granitsteinbruchs von bis zu 20 Metern und dem praktisch fehlenden Zu- und Abfluss. „Dadurch vermehren sich in den sauerstoffarmen Tiefenwasserschichten die Blaualgen, die zu Hautreizungen führen. Als kurzfristige Maßnahme haben wir Kalk ausgestreut, der die Algen nach unten drückt. Aber ohne Sanierung ist eine Verbesserung nicht realistisch“, erklärt Kleinzells Bürgermeister Klaus Falkinger.

Sauerstoff direkt aus dem Wasser

Lösungsansatz der Gemeinde: die Produktion von 100-prozentigem Sauerstoff durch Elektrolyse am Gewässerboden. „Das verringert die Algenvermehrung und ist unbedenklich für Mensch und Tier“, betont der Ortschef, dem der Erhalt des naturbelassenen, idyllischen Badeorts ein Anliegen ist.

Innovative Lösung

Während diese Methode bislang in Schwimmteichen eingesetzt wurde, ist sie in dieser Größenordnung in öffentlichen Gewässern neu und stellt auch einen wissenschaftlichen und forschungsrelevanten Ansatz dar. „Das Projekt wird wissenschaftlich von Heinz Jaksch vom Biologischen Labor Wien-Ost – B.L.O. begleitet. Dieses Labor ist auf Badegewässer und Algenbildung spezialisiert“, freut sich Falkinger über die Unterstützung.

Finanzierung muss noch auf die Beine gestellt werden

Allerdings ist das Sanierungsvorhaben nicht ganz billig: Konzept­erstellung, das Verlegen von 100 Meter Elektroleitung am Grund der Resilacke samt Elektroden und Netzgeräte und die Herstellung der Stromzuleitung sollen rund 90.000 Euro kosten. Eine Leaderförderung ist bereits zugesichert, „wir werden zur Finanzierung aber noch Landesgelder brauchen“, verweist der Bürgermeister auf anstehende Gespräche mit dem Land OÖ. Sofern die Finanzierung steht, soll das Projekt im Frühjahr umgesetzt werden und dem Badevergnügen im Sommer 2022 nichts im Wege stehen.


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