Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

AIGEN-SCHLÄGL. Mit der Kampagne „Orange the World“ von 25. November bis 10. Dezember wird weltweit ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt. Die Malerin und Illustratorin Doris Maria Weigl beteiligt sich auf ihre Art daran – mit der Porträt-Serie „Orange“.

Mit ihren Porträt-Bildern in Orange-Schwarz will Doris Maria Weigl wachrütteln. (Foto: Weigl)
  1 / 3   Mit ihren Porträt-Bildern in Orange-Schwarz will Doris Maria Weigl wachrütteln. (Foto: Weigl)

Als die in Aigen-Schlägl lebende Künstlerin die Recherche zu „Orange“ begann, dachte sie noch, Gewalt gegen Frauen dürfte eigentlich kein weitverbreitetes Thema mehr sein. „Eigentlich hatte ich es gehofft“, ergänzt sie, denn Doris Maria Weigl ist immer tiefer eingetaucht in eine „bizarre, sinistre Welt aus Gewalt, Leidenschaft, Angst und Hoffnung. Ich habe Statistiken gelesen und was noch viel schlimmer ist: Ich habe die Schicksale einzelner Frauen erfahren. Frauen, die schon als Kind missbraucht und misshandelt wurden. Frauen, die auf der Bühne strahlen und backstage bluten. Frauen, die erdulden und verzeihen. Frauen, die wiedergeboren werden. Frauen, die elend zugrunde gehen. Alleine bei den prominenten Frauen, bei Stars, die im Rampenlicht stehen, ist die Zahl von Misshandlungen erdrückend hoch. Diesen Frauen, gleich ob bekannt oder nicht, gleich welchem Milieu sie angehören und welchen Status sie haben, habe ich meine Serie Orange gewidmet. Weil Gewalt nicht sein darf.“

Bilder in Orange-Schwarz

Die Portraits sind in Orange-Schwarz gehalten. Damit zeigt Weigl einen besonders starken Kontrast, der warnt, der aufmerksam macht, der schreit: „Schau nicht weg!“ In der Orange-the-world-Kampagne der Vereinten Nationen steht das Orange für eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen. „Der schwarze Hintergrund symbolisiert für mich als Künstlerin das Dunkle hinter dem Leuchten. Das Schicksal der Betroffenen, das viel zu oft unbemerkt von der Welt bleibt.“

Es kann jeder Frau passieren

„Eines haben mir meine Recherchen gezeigt: Ganz gleich, wie stark, ganz gleich, wie mutig – es kann jeder Frau passieren. Das macht Angst.“ Sie hat schon orange-schwarze Porträts von Teri Hatcher, Tina Turner, Natascha Kampusch, Margret Schäfer, Lady Gaga gemalt. Wobei es die Künstlerin immer wieder große Überwindung kostet, an die vielen Gewalttaten zu denken. Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet Gewalt gegen Frauen als eines der größten Gesundheitsrisiken von Frauen. Mehr als jede dritte Frau musste bereits sexuelle, physische oder psychische Gewalt erfahren – am häufigsten in der Beziehung. Seit dem Ausbruch von Covid-19 hat häusliche Gewalt zugenommen.

Bilder sollen Mut machen

„Ich werde die Serie laufend ergänzen und dennoch nicht müde werden, fieberhaft daran mitzuarbeiten, eines Tages kein Motiv mehr dafür zu haben“, sagt die Mühlviertlerin. Sie hofft, dass ihre Bilder betroffenen Frauen Mut geben, um Hilfe zu bitten und allen anderen Mut, nicht wegzuschauen. „Und von ganzem Herzen wünsche ich mir, dass diese Portrait-Serie damit ihr Ende findet.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden