Zu den Festtagen genießen mit gutem Gewissen
BEZIRK ROHRBACH. Kekse, Kletzenbrot, die Weihnachtsgans oder der Festtagsbraten: Die Zeit rund um Weihnachten ist besonders auch eine Zeit des Schlemmens und Genießens. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass die heimischen Lebensmittelproduzenten eine große Vielfalt anbieten und somit den regionalen, saisonalen Einkauf leicht machen.

Kauft man direkt beim Bauern ein, bekommt man Frische, Saisonalität und kurze Transportwege gleich mit dazu. „Unsere Tiere leben von klein auf bis zur Schlachtung bei uns am Hof. Da entsteht kein Transportstress und keine zusätzliche Umweltbelastung“, bestätigen Anneliese und Hannes Steinmayr vom Biohof Steinmayr, wo Ochsen, Schweine und Puten gehalten werden. Das Fleisch wird direkt am Hof verarbeitet und im Hofladen verkauft. „Die Kunden können sich so selbst ein Bild von der Landwirtschaft machen, können nachfragen, neugierig sein und sich umschauen“, setzen die Niederwaldkirchner Biobauern auf Transparenz und Ehrlichkeit. Wichtig ist ihnen auch, Synergien aus der direkten Umgebung zu nutzen: So kommen 95 Prozent des Futters vom eigenen Hof oder von Betrieben in der Nachbarschaft. „Auf vielen Ebenen versuchen wir Fleisch den Stellenwert zu geben, den es verdient. Fleisch ist ein wertvolles Produkt, das viel Zeit, Arbeitskraft, Know-how und Energie braucht. Es sollte wertgeschätzt werden.“
Pute oder Rinderbraten
Besonders gefragt für die weihnachtliche Festtagstafel ist jedes Jahr die Pute, die im Ganzen gebraten wird. Bei den Steinmayrs gibt es deshalb für Weihnachten und Silvester auch spezielle Abholtermine (www.bio-bauernhof.at). „Putenbraten lässt sich gut vorbereiten, ist festlich und durch die unterschiedlichen Teile der Pute ist für alle etwas dabei. Und bei den Beilagen kann man sich austoben“, verrät Anneliese Steinmayr. Aber auch ein Rinderbraten im Ganzen mit Rotweinsauce, Schupfnudeln, winterlichem Röstgemüse und Blaukraut lässt sich gut sehen am Festtagstisch. Am Heiligabend sind die Steinmayrs aber ganz klassisch unterwegs: „Da gibt es Bratwürste mit Sauerkraut und frischem Gebäck, dazu ein Granitbock und danach ein selbstgemachter Christstollen.“
Nicht nur auf den Preis schauen
Bratwürstl werden auch bei Bezirksbäuerin Michaela Märzinger am Heiligabend aufgetischt. Am Weihnachtstag darf es dann „Rehbraten vom heimischen Wild für die ganze Familie sein“, verrät die Nebelbergerin, die natürlich auf den Einkauf beim heimischen Fleischhauer oder Direktvermarkter schwört. „Das, was wir haben, soll man auch beim regionalen Produzenten in der Nähe kaufen – und nicht die weither importierte Ware im Supermarkt. Damit tut man der Umwelt und dem Klima Gutes und vor allem auch den Tieren. Bei der Billig-Gans aus Rumänien oder Ungarn weiß man nicht, wie diese gehalten wurde. Beim Bauern in Peilstein, bei dem ich etwa immer die Martinigans hole, habe ich die Tiere ständig auf der Weide gesehen. Und das schmeckt man auch“, sagt Märzinger und fügt hinzu: „Dass Tiere auf ein paar Quadratmeter zusammengepfercht leben müssen, braucht man nicht unterstützen.“
Viele Wege zur heimischen Köstlichkeit
Märzinger ist überzeugt, dass „jeder, der regional einkaufen will, auch eine Möglichkeit dazu findet.“ Viele bäuerliche Produzenten verkaufen direkt ab Hof, auf Märkten oder in den Lagerhaus-Shops. Die Rohrbacher Bezirksbauernkammer informiert gerne über die heimischen Direktvermarkter.
Eine andere Möglichkeit ist, sich ausgewählte Spezialitäten gleich nach Hause schicken zu lassen – etwa mit der „Schinken, Wolf und Hühnergeschrei“-Box (www.huehnergeschrei.at). Lisa und Bernhard Traxler aus Peilstein achten beim Inhalt auf Regionalität, hohe Qualität und darauf, dass kulinarische Besonderheiten verpackt werden. „Wir wollen zeigen, dass unsere Heimat kulinarisch einiges zu bieten hat“, nennt Lisa Traxler etwa die gebrannten Kürbiskerne der Familie Egger aus Arnreit, die eine regionale Alternative zu den bekannten gebrannten Mandeln sind. In der Weihnachsbox, die bei rechtzeitiger Bestellung am 20. Dezember in der wiederverwendbaren Kühlhilfe zugestellt wird, stecken auch Speckspezialitäten, Mühlviertler Süßmost, Zutaten fürs gemeinsame Brotbacken mitsamt abgestimmter Rezeptidee oder Bratapfelmarmelade. „Die Köstlichkeiten stammen von kleinen Produzenten ausschließlich aus dem Mühlviertel. Es gibt keine Zwischenhändler, wir beziehen unsere Produkte direkt vom Produzenten, das verkürzt die Transportwege und schont die Umwelt“, betont die Peilsteinerin.
Geschenke aus der Heimat
Heimische Köstlichkeiten lassen sich auch sehr gut verschenken. Farmgoodies lässt sich etwa jedes Jahr eine Limited Edition für Weihnachten einfallen – heuer ist das eine hanflastige Geschenkbox (www.farmgoodies.net). „Besonders gerne angenommen werden die Geschenkpackungen mit zwei oder drei Ölen oder in Kombination mit Essig und Senf. Klassiker wie Leinöl haben immer Saison. Hier merken wir, dass es auch gerne zu Weihnachten verschenkt wird, um auch anderen Leuten den edlen Geschmack näher zu bringen“, freut sich Judith Rabeder. Für den Niederwaldkirchner Familienbetrieb läuft das Weihnachtsgeschäft wie schon 2020 eher verhalten. Firmengeschenke werden oft nicht gekauft, weil die Mitarbeiter im Homeoffice sind oder es keine Weihnachtsfeier gibt; auch der Verkauf auf Weihnachtsmärkten fällt aus. „Im Endkundenbereich freuen wir uns, dass viele auf den Onlineshop zugreifen und wir schon einen beachtlichen Kundenstamm haben. Und wir freuen uns, wenn wir anderen Menschen durch unsere Arbeit, unsere Produkte ein paar Glücks- und Genussmomente schenken können“, meint Rabeder. Sie hat für die Farmgoodies-Crew auch ein Nikolaus-Menü gekocht, bei dem natürlich viele Farmgoodies verarbeitet wurden.


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