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"NahDa": St. Johann will als Pilotgemeinde neue Wege in der Nahversorgung gehen

Petra Hanner, 22.03.2022 18:45

ST. JOHANN. Seit Längerem kämpft die Gemeinde St. Johann aktiv um den Erhalt und den Ausbau ihrer Nahversorgung. Als eine von zwei Pilotgemeinden in Österreich und weiteren fünf in Deutschland, den Niederlanden und Belgien will die Hansberglandgemeinde neue Tatsachen in puncto Nahversorgung schaffen.

 (Foto: Gemeinde St. Johann)
(Foto: Gemeinde St. Johann)

Die Situation in St. Johann ist seit einigen Jahren nicht mehr optimal. Das einzige Geschäft im Zentrum hat vor mittlerweile vier Jahren zugesperrt und nun droht neuerdings auch noch die Schließung der Raiffeisen-Bankfiliale. In Sachen Geschäft gab es bereits ein konkretes Projekt, das aber schlussendlich nicht realisiert werden konnte. Eine zumindest das Notwendigste abdeckende Lösung ist mittlerweile in Sichtweite: Eine Nahversorgungs-Box einer großen Handelskette in Containerform mit Dingen des täglichen Bedarfes soll demnächst kommen.

Und auch mit Raiffeisen ist die Gemeinde in intensiven Gesprächen. Die Signale seien positiv, dass eine zufriedenstellende Lösung für beide Seiten gefunden werde, sagt Bürgermeister Albert Stürmer.

Viele Bedürfnisse da

Genau hier könnte das Projekt „NahDa“ ansetzen, das in den kommenden Wochen in St. Johann gestartet wird. Ziel des durch das EU-Programm Erasmus+ kofinanzierten Projektes ist die Aufrechterhaltung oder der Ausbau der aktuellen Nahversorgung in der Gemeinde durch realistische wirtschaftliche Maßnahmen.

„Wir werden dazu nachfühlen, was in unserer Gemeinde aktuell gebraucht wird. Das könnte zum einen beispielsweise eine neue räumliche Lösung für die Bankstelle sein oder auch ein Geschäft mit regionalen Produkten, das eine tolle Ergänzung zur Nahversorgungs-Box bilden könnte – oder Räumlichkeiten für unsere Feuerwehr, die Bedarf an Damen-Umkleiden angemeldet hat. Vielleicht schaffen wir es, so viele Nahversorgungs-Bedürfnisse wie möglich an einem Ort abzudecken“, denkt der Bürgermeister bereits in verschiedenste Richtungen, betont aber gleichzeitig, bei „NahDa“ keinen Illusionen nachlaufen zu wollen: „Wenn wir nach einem Dreivierteljahr vielleicht draufkommen, dass unsere Ideen nicht realisierbar sein werden – wenn wir etwa keine Betreiber finden oder Menschen, die sich konkret einbringen – dann wird das Ganze auch wieder beendet.“

Die Herausforderung für die Gemeinde wird darin liegen, das Ganze auf eine solide wirtschaftliche Basis zu stellen und jemanden zu finden, der dafür auch Geld in die Hand nimmt.

Einstimmiger Beschluss

Der politische Wille zur Veränderung und Verbesserung der Nahversorgung ist jedenfalls da: Im Gemeinderat haben die Vertreter aller drei Fraktionen (SP, VP, FP) einstimmig für die Teilnahme an „NahDa“ gestimmt.


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