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ST. STEFAN-AFIESL. Wieder einmal wagt sich die Gemeinde St. Stefan-Afiesl an ein neuartiges Projekt heran, um sich weiterentwickeln zu können. Ein junger Mensch von außerhalb wird ein halbes Jahr lang in und mit der Gemeinde mit­leben und in dieser Zeit kreative Lösungsansätze und Projekte entwickeln.

Ein junger, frischer Blick auf St. Stefan-Afiesl soll neue Ideen in die Gemeinde bringen. (Foto: Mayr)

„Rurasmus“ nennt sich das neuartige Projekt – eine Zusammensetzung der Worte „rural“, was soviel heißt wie „ländlich“, und Erasmus, einem bekannten Austauschprogramm für Studierende. Es geht also darum, junge Menschen für ein Semester in eine Landgemeinde zu holen und deren jungen, frischen Blick auf die Gemeine zu nutzen – ein „Aufs-Land-Semester“ sozusagen.

Einstimmiger Beschluss

„Gerade läuft die Initiative in den ersten fünf Pioniergemeinden Österreichs an. Im Herbst wird unsere Gemeinde dann bei Rurasmus einsteigen. Im Oktober kommt dann voraussichtlich der erste Student oder die erste Studentin zu uns. Der Gemeinderat hat das in der jüngsten Sitzung vergangene Woche einstimmig beschlossen“, freut sich Bürgermeister Alfred Mayr.

Sanften Tourismus beflügeln

Die Gemeinde hat sich auch schon überlegt, mit welchen Themenfeldern sich der oder die Studierende während des halben Jahres beschäftigen soll. Hauptsächlich geht es der Gemeinde darum, Marketing-Konzepte für eine Nutzung der vorhandenen Möglichkeiten des sanften Tourismus zu entwickeln: „Wir leben hier in einer Traum-Region, um die uns viele beneiden. Der Moldau-Stausee ist nur einen Steinwurf entfernt, wir leben quasi mitten im Böhmerwald, umgeben von unglaublichen Naturschätzen am Grünen Band Europas. Die Menschen suchen genau nach solchen Orten, wo es nicht ‚wurlt‘ oder laut ist. Dafür brauchen wir Konzepte – um eben hier bekannter zu werden, aber auch, damit es am Ende doch nicht laut wird und ‚wurlt‘. St. Stefan-Afiesl soll kein Hotspot werden, sondern ein Geheimtipp“, so die Vision der Gemeindeverantwortlichen. Auch über Möglichkeiten, wie man für junge, gebildete Leute in Landgemeinden Jobs schaffen kann, soll der Gast nachdenken.

Eintauchen in die Gemeinde

Nun ist es an der Gemeinde, ein mögliches Quartier für diesen zu suchen. Außerdem müssen mehrere sogenannte „Buddys“ zur Verfügung gestellt werden, also direkte, fixe Ansprechpersonen. „Der Sinn dahinter ist es, dass der oder die Studierende aktiv in die Gemeinde eintauchen kann, beispielsweise je nach Interesse mit in die Musik- oder Chorprobe geht, ins Fußballtraining oder zum Wirt“, so der Bürgermeister. Nähere Informationen zum Projekt gibt es auf www.rurasmus.at.


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