„Zuhören ist wertvolle Zeit, die man schenken kann“
LEMBACH. Nicht nur als Bürgermeisterin hat Nicole Leitenmüller viel mit Menschen zu tun. Auch als Notfallseelsorgerin hat sich die junge Lembacherin ganz dem Helfen und für andere da sein verschrieben.

„Aufmerksames Zuhören ist wertvolle Zeit, die man schenken kann“, ist Nicki Leitenmüller überzeugt. Und genau das macht sie bei ihrer seelsorglichen Betreuung von trauernden Menschen. „Ich möchte sie in Ausnahmesituationen ein Stück des Weges begleiten und im Notfall da sein“, beschreibt die Lembacherin ihre Tätigkeit. Den Schwerpunkt legt sie auf die Vorbereitung von Totenwachen und Begräbnissen vor allem bei Todesfällen von jungen Menschen. Gut 60 Trauerfälle in ganz Oberösterreich hat sie in den vergangenen fünf Jahren begleitet. Dabei merkt die Seelsorgerin, dass die psychische Belastung bei den jungen Menschen mit Corona zugenommen hat. Auch die neuen Medien seien oft mehr Fluch als Segen, meint Nicki und spricht damit fehlende persönliche Kontakte und Kommunikation an.
Keine Totenwache ist wie die andere
Sie merkt auch, dass es vielen Trauernden gut tut, wenn jemand von außerhalb kommt und zuhört. „Bei den vertraulichen Gesprächen öffnen sich die Leute, sie erzählen und reden sich vieles von der Seele“, sagt die Ritual- und Trauerbegleiterin, die bei diesen Treffen die notwendigen Informationen sammelt, um eine stimmungsvolle Verabschiedung zu gestalten. „Keine Totenwache ist wie die andere“, betont die Mitarbeiterin der Katholischen Jugend OÖ, „das muss auf den Verstorbenen – in Absprache mit den Angehörigen – abgestimmt sein.“ Außerdem gibt sie praktische Tipps und versucht zu vermitteln, etwa wenn jemand Krisenhilfe oder psychische Beratung braucht.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden