Neufeldner Fotokünstlerin erschafft surreale Momente und neue Welten
NEUFELDEN. Wer die sehenswerte Ausstellung zum Lagerhaus-Sommer in der Heim.Art-Station aufmerksam anschaut, wird dort auch Bilder der jungen Fotokünstlerin Michaela Haider entdecken. Sie kam als Volksschülerin an eben diesem Ort mit Kunst in Berührung und mittlerweile hat sie in der Fotokunstwelt erfolgreich Fuß gefasst.

Für die 25-jährige Neufeldnerin, die in Graz Chemie studiert hat und jetzt in Berlin lebt, ist es ein besonderes Erlebnis, dort ihre Werke zu zeigen, wo die künstlerische Reise begonnen hat – nämlich in der Station beim Alten Lagerhaus bei Joachim Eckl. „Da der Kontakt zu Joachim eine große Rolle in meiner Entwicklung als Künstlerin gespielt hat und weiterhin spielt, ist es natürlich unglaublich schön, hier Bilder ausstellen zu können. Für mich schließt sich damit ein erster kleiner Kreis der Entwicklung: von der ersten Berührung mit der Kunst, über unzählige Impulse zur Kunstgeschichte und Kunstwelt, zum eigenen Schaffen von Werken und diese dann auch offen der Welt zu zeigen“, sagt Michaela Haider, die als Lia Niobe ihre Fotografien präsentiert und bereits in Österreich, Deutschland und Finnland ausgestellt hat.
Teil der Mozartverdauung
Sie war damals als Volksschülerin Teil der Aktion „Mozartverdauung“, die Eckl gemeinsam mit dem Landestheater veranstaltet hat. „Der nächste Kontakt kam erst einige Jahre später über eines meiner Bilder zustande. ‚This mystery never shall cease‘ entstand bei der Schaukel über dem Bairachbach, unter den Zügen auf dem Gelände der Heim.Art-Station.“ Über dieses Bild kamen sie und Joachim Eckl ins Gespräch, sie half den Sommer über in der Galerie und lernte dort einige der Künstler und Künstlerinnen kennen.
Liebe zur Fotografie begann in der VS Neufelden
Erste Berührungspunkte mit der Fotografie gab es aber auch schon in der Volksschule Neufelden, erinnert sich Michaela: „Da haben wir immer wieder fotografische Projekte ausgearbeitet und erste Aspekte der Komposition und Technik gelernt.“ Im Rohrbacher Gymnasium konnte sie den Freiraum nutzen, um sich in der Fotografie auszuprobieren; damals sind auch ihre ersten Arbeiten entstanden. „Vertieft hat sich das Ganze über meinen Schwager, der ebenfalls Fotograf ist (Marc Mühlberger, www.miri-media.com). Und schlussendlich habe ich dann über inspirierende Werke von anderen Fotokünstlern und Fotokünstlerinnen, durch das Erarbeiten der Techniken in Photoshop und auch einfach durch Ausprobieren zu meinem eigenen Stil gefunden“, erzählt die Mühlviertlerin.
Mensch und Natur
Was sich in all ihren Werken wiederfindet, ist die Interaktion zwischen Mensch und Natur. „Die menschliche Form und Aspekte der Natur sind in jedem Bild in unterschiedliche Beziehungen gebracht und stellen Fragen in den Raum. Die betrachtende Person ist dabei aufgerufen, in sich Antworten zu diesen Fragen zu suchen.“ Mit ihren Bildern erschafft Michaela Haider surreale Momente: „Ich kann Welten aufbauen, die durch die fotografischen Elemente real wirken.“ Und sie könne damit reale Momente einfangen und durch die Zeit transportieren. „Was ist in dem Moment passiert? Wie haben die Leute, wie die Umgebung ausgesehen? Das Festhalten der Geschichte, zumindest eine Zeit lang, ist schon etwas Besonderes.“
„Das große Geld macht man dabei nicht“
Berlin ist für Michaela ein gutes Pflaster. Hier sei vieles selbstorganisiert oder in kleinen Gruppen möglich – auch wenn es nicht einfach sei, sich seinen eigenen Weg zu bahnen. „Das große Geld macht man dabei zwar nicht, aber da geht es auch viel mehr um den Freiraum, die Kunst selbsterhaltend machen zu können und dass die Leute die Möglichkeit haben, auf die Kunst zu treffen, die sie gerade brauchen. Ein gutes Netzwerk ist aber auf jeden Fall wichtig, um zu diesen Möglichkeiten überhaupt erst zu kommen“, weiß die 25-Jährige. Sie möchte mit ihrer Kunst „bedeutungsstiftend agieren“: „Ich hoffe, dass die eine oder andere Person genau das Bild findet, das sie in ihrer Seelenstimmung gerade sucht.“ Ziel der Künstlerin ist es, im Leben und in der Kunst in einer offenen Entwicklung zu bleiben.


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