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BEZIRK. Das Thema Ortskern-Belebung ist nicht neu auf der politischen Agenda. Jetzt geht man auch im Bezirk Rohrbach das Ganze mit einem Landesprogramm und damit verbundenen Förderungen an. Aktuell steht die Bestandsanalyse im Mittelpunkt.

  1 / 2   Neufelden hat wie viele andere Gemeinden mit Leerständen zu kämpfen. Ein neues Förderprogramm soll helfen. (Foto: Marktgemeinde Neufelden)

Mit den Granitlandgemeinden und der Region Steinerne Mühl machen aktuell zwei Regionen aus dem Bezirk bei dem Aktionsprogramm mit. Mehr als 130 Objekte stehen hier leer bzw. werden nur wenig genutzt, weiß Christoph Artner-Sulzer vom Regionalmanagement OÖ. „In manchen Gemeinden gibt es nur vereinzelt Leerstände, für die es teilweise schon Ideen zur Nutzung gibt. In anderen Ortszentren sind viele Häuser oder der ganze Markt betroffen. Es geht nicht nur darum, die Gebäude mit Leben zu füllen, sondern auch um die wirtschaftliche und soziale Funktion des Ortskerns. Wir wollen Bewusstsein für die Ortszentren schaffen, denn diese sind Aushängeschild und Identitätsgeber einer Gemeinde“, sagt Artner-Sulzer. Er sieht das Förderprogramm auch als Chance für die Immobilienbesitzer – diesen werde signalisiert, dass jedes Gebäude wichtig ist. „Wichtiger Aspekt des Programms ist, dass die Interessen von Gemeinde und Eigentümer gemeinsam gesehen werden.“

Vielfältige Nutzung

In puncto Nutzung sei man sehr offen, betonen Neufeldens Bürgermeister Peter Rachinger und Amtsleiter Rudolf Neumüller, der auch Koordinator des Programms in den fünf Granitlandgemeinden (Kleinzell, Kirchberg, Altenfelden, Neufelden und St. Martin) ist. Von Coworking-Plätzen über Kleingewerbe oder Handwerk – da passt vieles. „Wir sind auch eine Tourismus-Gemeinde und die Leute sollen etwas vorfinden. Schöne Häuser, die leer stehen, sind hier zu wenig“, meint der Ortschef. Gerade erst hat ein junger Messerschmied aus Neufelden angekündigt, einen Verkaufsladen im Markt zu eröffnen – genau solche Initiativen würde er sich vermehrt wünschen.

In den Granitlandgemeinden wird demnächst die Konzepterstellung ausgeschrieben. Externe Planer werden dann Erhebungen machen, sich die Gebäude anschauen, mit den Eigentümern Gespräche führen und bis Sommer 2023 mögliche strategische Maßnahmen ausarbeiten.

Steinerne Mühl

Fast ebenso weit ist man auch schon im Kooperationsraum Steinerne Mühl mit den Gemeinden Vorderweißenbach, Helfenberg, St. Stefan-Afiesl, Haslach, Lichtenau und St. Oswald. Seit wenigen Tagen liegen alle positiven Gemeinderatsbeschlüsse für die Umsetzung des Projektes vor. „Wir sind schon sehr gespannt darauf, wohin die Reise bei den einzelnen Leerstandsobjekten gehen wird“, sagt Amtsleiter Alexander Neidhart aus St. Oswald/Lichtenau, der als Projektkoordinator für die Region Steinerne Mühl verantwortlich zeichnet. Es liege aber auch an jedem Besitzer selbst, was er dann aus den Vorschlägen macht. Eine klare Vision gibt es zum Beispiel schon in St. Oswald, wo eines der leerstehenden Gebäude schon bald zum Begegnungszentrum umfunktioniert werden soll.

Lukratives Programm

Im nächsten Schritt geht es dann darum, Fördermittel zu lukrieren. Und diese sind bemerkenswert hoch: 40 Prozent der förderfähigen Kosten in Höhe von 400.000 Euro gibt es für betriebliche Nutzung wie Handel, Büro oder Gastronomie; öffentlichkeitsnahe Zwecke werden mit 65 Prozent gefördert.


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