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ST. MARTIN. „Lass das Positive in dein Leben“: Diese klare Botschaft richtete Ronja von Wurmb-Seibel an ihre Zuhörenden im Pfarrsaal St. Martin, als sie hier auf Einladung von drei KBW-Teams einen Vortrag hielt.

  1 / 5   Ronja von Wurmb-Seibel hat in Kabul gelernt, immer auch einen Hoffnungsschimmer zu suchen. (Foto: Gahleitner)

Evolutionsbedingt sind Menschen darauf gepolt, negative Informationen deutlich stärker wahrzunehmen, als anderes. „Das macht das Gehirn automatisch und wir teilen dieses Wissen auch häufiger“, erläuterte die Referentin. „Aber wir können das Gehirn auch umtrainieren, wenn es uns bewusst ist.“ Die Redakteurin, Journalistin, Filmemacherin und Autorin hat während ihrer zwei Jahre als Reporterin in Afghanistan gemerkt, dass all die schlimmen Nachrichten ihr nicht gut tun. Und so hat sie die Formel „Scheiße + X“ entwickelt. „Natürlich ist es wichtig, auf Probleme zu achten und Missstände aufzuzeigen, aber ebenso soll man auch nach einem Hoffnungsschimmer suchen. Irgendetwas das zeigt, was man tun kann oder was bereits getan wird.“

Das beherzigt Wurmb-Seibel in ihrem Beruf, aber auch im Alltag. „Zu viele negative Nachrichten führen zu Ohnmacht, Hilflosigkeit, Kontrollverlust. Das Mitgefühl für andere lässt nach – aber gerade das brauchen wir in einer Demokratie.“ Das X ist für sie der erste, wenn auch noch so kleine Schritt, um eine Situation ein bisschen besser zu machen. „Die Suche nach dem X hilft uns aus dem Loch der Ohnmacht heraus.“

Liste an kleinen Wundern

Wie nun das X ausschauen kann, darauf gibt es keine klare Antwort. In Kabul hat sie den Hoffnungsschimmer im Zusammenhalt der Gesellschaft, im Familienbewusstsein erlebt; bei der Klimakrise könnten es Projekte mit Vorbildfunktion sein; generell im Alltag hilft es, den Blick darauf zu lenken, was gut läuft. „Man kann die Aufmerksamkeit trainieren, das Positive um uns wahrzunehmen und nicht auf die dunklen Flecken zu konzentrieren. Es gibt immer einen Grund zum Lachen, Feiern, Freuen.“

In ihrem Buch „Wie wir die Welt sehen“ gibt sie Tipps und Anregungen: etwa die kleinen Wunder aufschreiben, die über den Tag passieren. „Denn schöne Momente und Erinnerungen werden mehr, wenn man sich darauf konzentriert, sie nicht zu übersehen.“


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