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BEZIRK ROHRBACH. Es war ein Anruf aus einer Wiener Polizeistation, der das Leben einer Familie aus dem Bezirk komplett auf den Kopf stellte. Zumindest dachten sie das denn der Anruf kam von Betrügern, die ganz bewusst mit schockierenden Nachrichten arbeiten. Eine von vielen Betrugsmaschen, die immer häufiger und dreister werden.

Der Tochter-Sohn-Betrug gehört laut Rohrbacher Polizei zu den gängigsten Betrugsmaschen. (Foto: EKH-Pictures - stock.adobe.com)

Die Tochter in Wien habe einen Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang verursacht. Ein 30-jähriger Mann sei gestorben, ein weiterer junger Mann schwer verletzt, weil sie bei Rot über die Kreuzung gegangen sein soll. Als die Mutter zuhause im Bezirk Rohrbach diese Nachricht erhielt, war sie wie gelähmt. „Die Anruferin wusste, dass eine unserer Töchter in Wien lebt, kannte ihren Namen und ich durfte auch mit ihr reden allerdings hat sie nur ins Telefon geschluchzt. Aber ich hab halt angenommen, dass es unsere Tochter ist. Alles wirkte so glaubwürdig“, schildert die Betroffene die ersten Momente. „Ich hab nur gedacht, dass sich unser aller Leben jetzt komplett ändern wird.“ Genau das wollen die Täter auch erreichen: Man soll nach dieser Schocknachricht nicht mehr rational denken und handeln können.

Für die Eltern war aber auch sofort klar, dass sie zu ihrer Tochter nach Wien müssen. Und das hat die Anrufer offensichtlich aus der Bahn geworfen. „Als ich fragte, auf welcher Polizeistation meine Tochter sei, wurde der Anruf unterbrochen und es kam zu keiner Forderung mehr.“ Die Ängste waren damit jedoch nicht ausgestanden, denn noch immer wussten sie nicht, was mit der Tochter los ist. Erst als nach hartnäckigem Nachfragen bei der Wiener Polizei von dort die Entwarnung kam, konnten die Eltern durchatmen. „Diese halbe Stunde war wirklich schlimm, da rennt die Zukunft vor dir ab.“

Die Familie würde sich für solche Fälle eine bessere Vernetzung wünschen dass man bei der Polizei einfach anrufen und nachfragen kann, ob die Fakten tatsächlich stimmen.

Psychologisch bestens geschult

Die Gauner gehen raffiniert vor, bestätigt Chefinspektor Günther Hollin vom Bezirkspolizeikommando Rohrbach: „Sie sind sehr schlau, psychologisch bestens geschult und forschen teilweise Einzelheiten über ihre Opfer aus, die das Ganze dann echt klingen lassen.“ Alleine im Bezirk Rohrbach wurden im Jahr 2023 160 Betrugsfälle und 24 Erpressungen im Internet zur Anzeige gebracht. Der „Tochter-Sohn-Betrug“ gehört zu den gängigsten Betrugsmaschen. Dabei sind die Varianten vielfältig: Nicht nur per Telefonanruf versuchen die Täter, Kontakt aufzunehmen, sondern auch per WhatsApp oder SMS. Wahlweise geben die vermeintlichen Töchter oder Söhne auch an, ihr Handy verloren zu haben und dringend ein neues zu brauchen oder Schulden zu haben.

Vor Zahlung immer Kontakt mit Angehörigen aufnehmen

Um so einer Geschichte nicht aufzusitzen, rät die Polizei, die vermeintlich betroffenen Angehörigen immer und unter allen Umständen unter der bereits bekannten bzw. eingespeicherten Nummer zu kontaktieren, bevor Zahlungen getätigt werden. Bei telefonischen Geldforderungen von Polizei oder Justiz handelt es sich ausnahmslos um Betrug.


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