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500 Sträucher und zwei Teiche bilden neue Lebensräume und Wanderkorridore für gefährdete Arten in Peilstein

Petra Hanner, 21.11.2025 11:42

PEILSTEIN. Der Naturschutzbund OÖ konnte Anfang des Jahres durch die Aktion „Naturfreikauf“ im Tal der Kleinen Mühl nahe Vorderschlag bei Peilstein eine 1,77 Hektar große Fläche ankaufen. Die Fläche konnte nun auf eine Weise gestaltet werden, die mehrere Funktionen für den Artenschutz vereint.

Voller Eifer setzten Kinder der Mittelschule Peilstein Sträucher. (Foto: Christian Deschka)
  1 / 4   Voller Eifer setzten Kinder der Mittelschule Peilstein Sträucher. (Foto: Christian Deschka)

Zwei gebaggerte Teiche mit mehreren Hundert Quadratmetern Wasserfläche sind auf die Bedürfnisse des vom Aussterben bedrohten Laubfrosches ausgelegt. Sie sind nun Teil eines von der Naturschutzbund-Regionalgruppe Mühlviertel West geschaffenen Biotopverbundes von über 50 Laubfrosch-Laichgewässern zwischen Julbach und Peilstein und schaffen einen Lebensraum für diese hochgradig gefährdete Amphibienart.

Neuer Wanderweg für die Wildkatze

Die Fläche ist seit 13 Jahren eine ausgewiesene Lücke im Wildtierkorridorsystem Oberösterreichs. Aufgrund ihrer Lage zwischen umliegenden großen Waldstücken eignet sie sich besonders als Wanderkorridor für waldgebundene Arten wie die Wildkatze. Die bisherige Nutzung als offene Ackerfläche hatte allerdings eher eine Barrierewirkung. Indem das Areal zu einer extensiv genutzten Wiese, Heckenlandschaft und Streuobstwiese umgewandelt wird, entsteht hier ein wertvoller Trittstein für wandernde Arten. Großräumig betrachtet, fördert die Fläche in Zukunft die Wanderung und den genetischen Austausch von Arten zwischen Böhmerwald und Donauhangwäldern.

„Stoariedeln“ im oberen Mühlviertel

Als erste konkrete Maßnahme zur Etablierung eines solchen Wanderkorridors wurden Feldsteine zu länglichen Steinhaufen aufgeschichtet. Solche „Stoariedeln“ waren im Oberen Mühlviertel lange Zeit ein charakteristisches Kulturlandschaftselement, welche sowohl als Lebensraum dienen als auch von wandernden Tierarten als Leitlinien genutzt werden. In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wurden sie im Zuge von Grundzusammenlegungen vielerorts entfernt und gingen so als kleinstrukturierter Lebensraum für die Biodiversität verloren.

Kinder pflanzten 500 Sträucher

Mit dem Projekt „Hofwiese wie damals“, das im Rahmen des Calls Changemaker #nature gefördert und von der Österreichischen Naturschutzjugend (önj) abgewickelt wurde, wurde die Fläche für eine bewässerbare Streuobstwiese vorbereitet: Dort werden im kommenden Frühling zahlreiche heimische Bäume gepflanzt.

Erst kürzlich pflanzten Kinder der 2a-Klasse der Europamittelschule Peilstein mehr als 500 heimische Sträucher entlang der neu errichteten „Stoariedeln“. Unterstützt wurden sie dabei von Lehrerinnen, der Direktorin, der Jägerschaft und dem Biologen Christian Deschka von der Naturschutzbund-Regionalgruppe Mühlviertel West.

Obwohl es sich größtenteils um dornige und stachelige Jungpflanzen von Schlehdorn, Hundsrose und Weißdorn handelte, gingen die Kinder den ganzen Vormittag hochmotiviert mit Pflanzhacke und Gießkanne ans Werk.


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