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SÜDBÖHMEN. Auf dem Moldaustausee, der größten Wasserfläche Tschechiens, hat sich in diesen Tagen grünes Eis gebildet. Wie Radio Prague International berichtet, kommt dieses Naturphänomen nur äußerst selten vor.

Tips-Leser Josef Pühringer hat das grüne Eis fotografiert. (Foto: Josef Pühringer)
Tips-Leser Josef Pühringer hat das grüne Eis fotografiert. (Foto: Josef Pühringer)

Bei Proben-Entnahmen konnten als Ursache Blaualgen (Cyanobakterien) festgestellt werden, die sich im Spätsommer und Herbst an der Wasseroberfläche gesammelt haben. Weil es im November und Dezember ungewöhnlich windstill und sonnig war, wurden sie nicht wie sonst im Wasser verteilt, sondern blieben oben und wurden schließlich vom Eis eingeschlossen.

„Als dann die Temperaturen sanken, wurden die Algen vom Eis eingeschlossen – und seitdem vegetieren sie dort vor sich hin“, erklärte der Hydrobiologe Petr Znachor von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften im Tschechischen Rundfunk. Die Organismen sind trotz der Kälte noch am Leben, was sich durch kleine Gasbläschen im Eis zeigt. Zwar bevorzugen sie Temperaturen über 20 Grad, können aber auch um den Gefrierpunkt überleben.

Wenige Fälle bekannt

Eine derart deutliche Färbung gilt als selten: Weltweit sind nur wenige vergleichbare Fälle dokumentiert. Die am Lipno vorkommende Art heißt Woronichinia naegeliana („Gemeine Schwebkugel“) und kann je nach Pigmenten grün, gelb oder braun erscheinen. Der Lipno-Stausee gelte laut Radio Prague International als besonders anfällig, weil er relativ flach und nährstoffreich ist. Phosphor aus Böden und gereinigtem Abwasser begünstigt das Wachstum der Blaualgen.


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